Japan Geschichte: Edo-Zeit (1603 -1868)

Nach der  Befriedung des Reiches in den Ostprovinzen hatte Tokugawa leyasu 1590 von Toyotomi Hideyoshi das Kantô genannte Gebiet zum Lohen erhalten . In der Edo-Burg richtete er seine Lehensverwaltung ein. Diese Gegend, die in etwa dem heutigen Tokyo entspricht, bestand aus Städten und etwa 160 dicht beieinanderliegende Dörfer.


Schloss Osaka
 

Toyotomi Hideyori, der Sohn Hideyoshis, war im Schloss von Osaka der einzige Gegner für Ieyasu.
leyasu entschloss sich, das Haus Toyotomi auszulöschen und attackierte Schloss Ôsaka. Erst nach deren Niederwerfung  1614/15 hielt er allein die Macht in den Händen.
 
Es gab zwei Kämpfe um Schloss Ôsaka. Der Winter Kampf 1615, und der Sommer Kampf im Jahr 1616. Ieyasu dominierte den Winterkampf die ganze Zeit und drang sogar in den inneren der zwei Ringe des Schlosses ein. Dies machte das Schloss wehrlos. Im nächsten Jahr, im Sommerkampf, überrannte Ieyasu's Armee das Schloss und Hideyori begann Selbstmord. Das Haus Toyotomi war damit ausgelöscht. 

Nach der Zerstörung des Schlosses durch Tokugawa Ieyasu wurde das Schloss unter Tokugawa Hidetada von 1620 bis 1629 wieder aufgebaut. 26 Jahre später fiel der Hauptturm einem Blitzschlag zum Opfer, der ihn vollständig einäscherte.
Das Gebäude wurde erst 1931 wieder aufgebaut, und dient seit 1947 als Museum. Seit der 1997 abgeschlossenen Generalrenovierung erstrahlt es wieder in altem Glanz als Wahrzeichen der Stadt Osaka.

Mit der Unterwerfung des Hauses Toyotomi endete die kämpferische Zeit endgültig, und die lange Friedenszeit brach an. 1603 zum Shôgun ernannt, liess leyasu die Edo-Burg ausbauen und begann von dort aus eine straffe Zentralregierung aufzubauen. Dabei führte er eine Ständeordnung ein: Krieger, Bauern, Handwerker und auf der untersten Stufe die Kaufleute. Ein Teil seiner besten Lohen verteilte er an seine treuen Anhängern, denen, die gegen ihn gestanden hatten, blieben die weniger günstigen, aber leicht zu kontrollierenden. Wenn auch der Konfuzianismus die geistige Grundlage bildete erfuhr auch der Buddhismus, besonders der Zen-Buddhismus eine Erneuerung.
 
Chinesische Flüchtlinge flohen nach dem Untergang der Ming-Dynastie nach Japan und viele von ihnen waren an den Fürstenhöfen gerngesehene Berater.
  
Missionare und ausländischer Einfluss
 
Bereits im 16. Jahrhundert waren Missionare nach Japan gekommen und freundlich aufgenommen wurden.
Ieyasu versuchte durch diese Beziehungen den japanischen Aussenhandel auszudehnen und den Warenaustausch nicht nur mit den Portugiesen, sondern auch mit Spaniern, Holländern und Engländern zu entfalten. Bald wurde ein Vertrag über Freundschafts- und Handelsbeziehungen zwischen Japan und Mexiko geschlossen.
 
Doch sie missionierten nicht nur, sondern schleppten mit unlauteren Methoden Edelmetalle aus dem Land und stifteten Unruhe. Schon Hideyoshi hatte sie misstrauen beobachtet und das Christentum sich nicht mehr frei entwickeln lassen. Diese Probleme verstärkten sich im Laufe der Jahrzehnte. Die von Ieyasu ab 1612 neu eingeleitete Verfolgung der Christen trug auch dazu bei, die spanischen Beziehungen zu Japan so zu verschlechtern, dass sie im Jahre 1624 ganz abgebrochen wurden.
 

Als dann nach dem allgemeinen Christenverbot portugiesische Handelsleute wiederholt christliche Literatur und Missionare illegal nach Japan einschleusten, wurden 1639 alle Portugiesen aus Japan verbannt. Ein verzweifelter Versuch der portugiesischen Gesandtschaft von 1640, die Japaner umzustimmen, endete mit der Hinrichtung der meisten Gesandten in Nagasaki, nur 13 der Überlebenden wurden nach Macao zurückgeschickt, damit sie ihre Landsleute über das tragische Ende der Gesandtschaft und die entschlossene Feindseligkeit der japanischen Behörden unterrichten.
 
Diese Entwicklung führte schliesslich zur Abschliessung des Reiches. Nur noch die Chinesen und eine holländischen Niederlassung der Ostindischen Kompanie in Deshima vor Nagasaki durften Aussenhandel treiben worden. Das Christentum wurde verboten. Weder durften Ausländer aufgenommen werden noch Japaner ins Ausland reisen. Diese Abschliessungspolitik war in mancher Hinsicht problematisch, doch brachte sie dem Land 250 Jahre lang Frieden und eine Hochblüte der Kultur.


Dejima, Halbinsel vor Nagasaki
 



Hochblüte der Kultur und Wissenschaft in der Edo-Periode
 
Die kriegerischen Auseinandersetzungen , welche mit Abständen seit mehreren Jahrhunderte andauerten, hatten schreckliche Zerstörungen hinterlassen. Jedoch, entstanden auf künstlerischem Gebiet, prächtige, mit Gold verzierte Bauten.
 
Kulturelle Aktivitäten waren hoch angesehen, Kunst, Musik und Theater gehörten zum Alltag. Das Kabuki-Theater erlebte seine Hochphase, die Malerei war massgeblich von der durch Honami Koetsu begründeten Schule und dem Ukiyo-e-Stil geprägt. Später folgten die berühmten Bilder von Hokusai und Hiroshige.
 
Die Holzdruck-Technik kam bereits im 8. Jahrhundert mit dem Buddhismus aus China nach Japan, wo sie zunächst religiösen Zwecken diente.


Hiroshige, 69 Stations of the Kisokaido
Nr. 59 Sekigahara

Erst mit dem Aufblühen der bürgerlichen Kultur in der Edo-Periode eroberten die profanen wie auch frivolen Themen den Bilddruck. Farbholzschnitte stellten Modeblätter und Schauspielerportraits -Landschaftsbilder kam erst später dazu,  - und dazu Theaterszenen und Darstellungen aus den damals blühenden Freudenvierteln dar.
   
Der Toshogu Schrein in Nikko ist von diesem neuen Kunstverständnis beeinflusst. Dieser Schrein ist nicht nur als Grabmal von Ieyasu Tokugawa, sondern auch für das Bild der 'drei Affen'  bekannt.

Der Toshogu-Schrein, 1634-1636 erbaut,  bildet ein gutes Beispiel für die Mischung von buddhistischer und shintoistischer Architektur.


Toshogu Schrein in Nikko mit Steinlaternen

Dem reich geschnitztem und gemaltem Dekor fast überbordenden Tôshôgô-Schrein steht sein ästhetischer Gegenpol, der Katsura-Palast in Kyôto, ein Bauwerk von strenger "moderner" Schönheit gegenüber.

Haiku-Kurzgedicht erlebte mit Matsuô Bashô (1644-1694) ihren Höhepunkt. Die endgültigen Formen des Bunraku-Puppenspiels und das bürgerliche Kabukispiel wurden geboren. Grosse Dramatiker wie Chikamatsu Monzaemon (1653-1724) schrieben ihre Werke in der Edo-Zeit.
 
Traditionelle Künste wie die Teezeremonie wurden während der Momoyama-Zeit im 16. Jahrhundert populär. Während der  Edo-Zeit werden Teezeremonie wie auch Ikebana als sich eine verfeinerte und stilisierte Form der Umgangsformen innerhalb der Klasse der Aristokraten und Samurai gepflegt.


Schulen und Ausbildung während der Edo-Periode

Der konfuzianische Einfluss war gross, vor allem bei den Schulen. 1630 wurde in Edo die " Akademie der Stille", die spätere Shôgunats-Universität gegründet. Es entstanden viele Daimyatsschulen, im 19. Jahrhundert waren es bereits 270, weitere 375 Hochschulen kamen hinzu. Offizielle Bezirksschulen übernahmen für die Kinder der Samurais den Elementarunterricht. Das Volk schickte seit dem 16. Jahrhundert seinen Nachwuchs in die sogenannten Tempelschulen, eigentlich kleine Privatschulen. Mitte des 19. Jahrhunderts soll es etwa 10 000 davon gegeben haben, eine auf ca. 3000 Einwohner. Ein Drittel der Schülern waren Mädchen. Man nimmt an, dass im 18. Jahrhundert die Hälfte der Männer sowie jede siebte Frau eine Schulbildung erhielten. Lesen und Schreiben konnten wahrscheinlich sehr viel mehr.

Die japanischen Städte wuchsen während der Edo-Periode ins Unermessliche. Edo, dass heutige Tokyo, besass im 18.Jahrhundert über eine Million Einwohner. Das schon vor tausend Jahren eingeführte Postsystem wurde weiter ausgebaut. Die Feuerwaffen, seit dem 16. Jahrhundert in Japan bekannt, wurden per Dekret abgeschafft, waren sie doch eines Samurais unwürdig und grausam in ihrer Wirkung  Trotz allem war die Abschliessung des Inselreiches nicht so rigoros, dass man nicht doch wusste, was ausserhalb Japans vorging.

 
Holländischer Einfluss auf die Entwicklung der medizinischen Ausbildung
 
Die holländische Delegation wurde verpflichtet, über wissenschaftliche Neuerscheinungen zu berichten und sie gegebenenfalls zu beschaffen. Die Werke wurden dann ins Japanische übersetzt und ihr Inhalt nach Möglichkeit experimentell überprüft.

Zu Beginn des 19. Jahrhundert funktionierte dieses System so gut, dass vor allem medizinische Schriften etwa vier bis fünf Jahre nach ihrem Erscheinen in Europa in den Händen japanischer Ärzte sein konnten.

Aber Mitglieder der holländischen Mission wie Caspar Schamberger (1623-1706) oder Philipp Franz von Siebold (1796-1866) gaben auch direkten medizinischen Unterricht an japanische Ärzte; Siebold promovierte sogar mehrere seiner Schüler zu Doktores der Medizin.

Insgesamt blieben die "holländischen Wissenschaften" jedoch auf einen kleinen, eng umgrenzten Bereich beschränkt. So bildeten sie zwar eine wichtige Grundlage für die spätere Modernisierung Japans, konnten diese jedoch nicht selbst in Gang bringen.


Oranda fune no zu, Holländisches Schiff um 1859
Artist: Yoshitora, Publisher: Shimaya, Yokohama
Oben links mit Porträt eines Holländers, der Text rechts oben bewundert das holländische Schiff und die Navagationskenntnisse

 

Nur eins fehlte, um den Unterricht wirksam zu machen: man verweigerte das Sezieren von Leichen durch einen Europäer, um nicht gegen das Vorurteil des Volkes zu verstossen. Nach langem Drängen setzte sich indessen die Regierung darüber hinweg und am 9. September 1859 wurde in Gegenwart von 45 japanischen Ärzten und Studenten der Medizin sowie einer Hebamme die erste Leiche zergliedert. Soldaten schützten den Anatomieplatz gegen etwaige Volksaufläufe und der Gouverneur von Nagasaki liess zur Beruhigung der Gemüter folgende Proklamation die Strassenecken anschlagen: "Wenn dieser Verbrecher nach seinem Tode den Studenten der Medizin zur Belehrung gedient hat und somit dem Volke zum Nutzen gereichte, so soll er auch nicht, wie gewöhnlich der Fall, im Verbrecherwinkel beerdigt, sondern auf Kosten der Regierung und unter Begleitung von Priestern in geheiligter Erde begraben werden".

Das Ende der Edo-Periode
250 Jahre Frieden war eine lange Zeit. Das Shogunat hatte sich überlebt und es gab Kräfte, die den Kaiser wieder einsetzen wollten. Die Meiji-Periode (1868-1912) führte zu einer Oeffnung des Landes, die Shôgun-Regierung musste zurücktreten und es wurde beschlossen, den Tenno wieder in seine ursprünglichen Rechte als oberste Regierungsautorität einzusetzen.
 


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