Shamisen, die japanische Laute



Artist: Chikanobu. ,Format: Oban, Triptych (14 by 29.5 ins), Datum: 1895.
Serie: Chiyoda no O-Oku (Life of the Female only Chambers of the Palace).


 
Vor ungefähr 450 Jahren trat auf der Hauptinsel Japans das Shamisen (=3 geschmackvolle Saiten), ein dreisaitiges Lauteninstrument mit einem auffällig langen Hals, sowie einem relativ gedrungenem Körper in Erscheinung.
 
Die Wurzeln dieses Holzinstruments gehen jedoch wesentlich weiter zurück, und dies  sowohl in entwicklungs- und zeitgeschichtlichen als auch geographischen Massstäben.

Unter den traditionellen Musikinstrumenten nimmt die Shamisen in Japans einen besonderen Platz ein, ist es doch eines der wenigen traditionellen Instrumente, welches auch heute noch  eine ausserordentliche Popularität geniesst und auf den Kabuki- und Burakubühnen eingesetzt wird.


Die Shamisen wird als Soloinstrument oder als Teil eines Ensembles, als Bühnenmusikinstrument, Kammermusik- oder Volksmusikinstrument eingesetzt und erfüllt somit die unterschiedlichsten Zwecke.
  
An der Tokyo National University of Fine Arts and Music kann man dieses Instument studieren und sogar graduieren.

Geschichte des Shamisen
 
Das japanische Shamisen ist eine Modifikation der ab dem 13. Jahrhundert in China auftretenden san-hsien. Die Ursprünge des Instrumentes finden sich wahrscheinlich bei zentral- oder west-asiatischen Instrumenten wie Sitar oder Qubuz. Das san-hsien wurde allerdings mit Schlangenhaut bespannt und war daher vor allem in Gegenden China´s populär, in denen Schlangenhaut leicht erhältlich war; so z.B. in Szechuen und Fukien.
 

Das Shamisen war in Japan eher ein Instrument der unteren sozialen Schichten, dies begann sich erst nach dem 2. Weltkrieg zu ändern.

Dank der Förderung der Shamisenmusik durch die sozial niedrig stehenden aber wegen ihres Reichtums sehr einflussreichen Klasse der Händler und Kaufleute. wurde das Shamisen sehr bekannt.

   

 
In der Halbwelt Japan´s war das Shamisen das wichtigste Instrument. Eine Geisha von Rang und Namen musste es ab dem 17. Jahrhundert zu ihrem Repertoire zählen können. Besonders die Geishas Edo´s erwarben sich einen Ruf im Umgang mit dem Instrument.

Auf Holzschnittdrucken (Ukiyo-e) wurden Geisha gerne mit ihren Instrumenten abgebildet. Musik, wie auch Ikebana und Teezeremonie, gehörten zu den damals sehr beliebten Künsten.
Selbst die so hoch-angesehenen Sumo-Ringer wurden in einer Darstellung vom Ukiyo-e Künstler Kunichika (1835-1900) mit einer Shamisen abgebildet.

Die Frage sei jedoch erlaubt, ob die doch eher grobschlächtigen Sumo das Instrument in der gleichen Anmut wie eine Geisha spielen konnten.

 
Um das Jahr 1560 kam das Shamisen an Bord von Handelsschiffen über den Hafen Sakai, südlich von Ôsaka gelegen, nach Japan. 
 
Aus dem Jahr 1561 stammt dann die erste Erwähnung des Instrumentes durch einen Europäer, dem Portugiesen Rodriguez Tçuzzu, welcher als Übersetzer von Fürst Toyotomi Hideyoshi (1537 - 1598), später von Tokugawa Ieyasu (1543 - 1616) tätig war.
 
Die Spanier und Portugiesen nahmen grossen Einfluss in den Bereichen Geographie, Handel und natürlich Religion, welcher so gross wurde, dass Tokugawa ab 1612 die Verfolgung der Christen einleitete und in der Folge die spanischen Beziehungen zu Japan dann im Jahre 1624 ganz abgebrochen wurden.
 


Konstruktion

Die Masse des Instruments sind nicht generell normiert, sondern variieren zwischen den unterschiedlichen Musizierstilen.

Aus vier konvex geformten Brettern geformt, werden Materialien wie Quitte, Eiche, Maulbeerbaum und Sandelholz eingesetzt. Oft werden diese Bretter auch mit Mustern oder Zeichen beschnitzt, was nebst ästhetischen oder symbolischen Effekten auch Einfluss auf die Klangqualität des Instruments hat.

Da Schlangenhaut in Japan nicht vorhanden war, setzte sich Katzenhaut als Körperbespannung für den Holzkörper durch. Seltener wird auch Hundehaut verwendet, die eher bei den Übungs-Shamisen Verwendung finden. Das Tierfell wird nur durch reine Schrumpfung, zuweilen mit Hilfe von Leim auf den Holzrohkörper befestigt.
 
Ein weiteres, halbmondförmiges Hautstück (bachigawa=Plektrumhaut) wird auf der Tierhaut angebracht, und zwar genau an der Stelle, wo der Shamisenspieler mit dem Plektrum die Saiten anschlägt. Dieses Hautstück dient dem Schutz der Tierhaut vor Verschleiss.
 
Ein 88 cm langer Hals wird so in den Holzkörper gesteckt, dass er mitten durch den Körper verläuft und sein unterstes Ende wieder hervortritt. Hals und Körper werden nicht fix verbunden, sondern bleiben zerlegbar und damit auch transportabel.
 
Für den Hals finden die gleichen Hölzer wie für den Körper Verwendung. Der Durchmesser des Halses ist massgebend für die Bezeichnung des Instrumentes. So unterscheidet man breite, dunkelklingende (futazao), mittelbreite (chuzao) und schlankhalsige, hellklingende Instrumente (hosozao).
 
Die drei Saiten des Shamisen werden zwischen den Wirbeln am oberen Halsende mit einem Seidenband, dem sogenannten neo, gespannt.

Kunisada II Shamisen Unterricht Die schwingende Saitenlänge wird durch zwei Stege bestimmt. Der obere Steg (kamigoma) der aus Metall oder Gold besteht,  befindet sich unterhalb der Wirbel am oberen Halsende, der untere, koma genannte Steg befindet sich auf der Haut am unteren Korpusende.  Der untere Steg wird aus Elfenbein oder Holz gefertigt. Die untere Saite läuft nicht über den oberen Steg sondern wird seitlich an ihm vorbeigeführt.
 
Direkt unterhalb des oberen Steges befindet sich eine Vertiefung, das sog. Tal, gefolgt von einer Erhöhung, dem sog. Berg. Wird nun die untere Saite in Schwingung versetzt schlägt sie immer leicht am Berg auf, so dass ein schnarrender, metallisch klingender Ton entsteht.

Dieser Toneffekt (sawari) hat eine ausserordentlichen Bedeutung für das Shamisenspiel. Bei der Instrumentenproduktion wird besonders auf die richtige Saitenspannung, und die korrekte Berghöhe geachtet.

Die Saiten werden mit einem Plektrum in der Form eine Ginkoblattes angeschlagen. Das Plektrum besteht in der Regel aus Elfenbein, Holz oder Plastik.
Kunisada II (1823-1880), Shamisen Unterricht
 


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