Teezeremonie in japanischen Holzschnittbildern
 

Ursprünglich aus China gelangte bereits im 8. Jahrhundert die Kunst der Teezeremonie nach Japan. Es dauerte jedoch bis zur Azuchi Momoyama-Zeit im 16. Jahrhundert bis die Teezeremonie richtig populär wurde. Eine verfeinerte und stilisierte Form der Umgangsformen innerhalb der Klasse der Aristokraten und Samurai hatte sich entwickelt und es gehörte zum guten Ton, Teezeremonien in diesen Gesellschaftschichten durchzuführen.
 
Die Teezeremonie wird in der japanischen Sprache chanoyu oder sado genannt. Der bittere Tee, der dabei serviert wird, heisst matcha.
 
Was ist die japanische Teezeremonie?
 

Die japanische Teezeremonie kann man als ein Ritual zur Zubereitung und Servierens von Tee zusammen mit kleinen Süssigkeiten erklären. Dabei ist jede Bewegung genau vorgeschrieben, der ganze Vorgang dreht sich nicht um den Genuss des Tees sondern um die Ästhetik der Darbietung.

Die richtige Ausführung der Teezeremonie erfordert ein jahrelanges Training. Utensilien wie der Chasen, (Bambuspinsel) wird zum Aufrühren und schaumig schlagen des Tees verwendet.
 

Die Auswirkungen auf Kunst und Handwerk
 
Die Teezeremonie wird in Japan als eigenständige Kunstform betrachtet, da sie auch Auswirkungen auf die Künste und das Kunsthandwerk ausübte. So ist es der Teezeremonie zu verdanken, dass das Handwerk der Porzellanherstellung eine Hochblüte erlebte. Teezeremonien sind geschätzte Motive in Holzschnittdrucken (ukiyo-e).
 
Sen no Rikyu
 
Die grosse Teemeister der Momoyama-Periode (1568-1600), allen voran Sen no Rikyu,

haben unter dem Einfluss der Zen-Lehre die Teezeremonie (cha-no-yu) entwickelt. Eine bescheidene Hütte (soan) als Teehaus, einfache Utensilien und der Teegarten gehören zur Teezeremonie.

Der Teegarten versteht sich als Pfad (roji), auf dem der Besucher aus der Alltagswelt zu einer spirituellen Reise vorbereitet wird, die im Teehaus mit dem Ritual der Teezeremonie begangen wird.

Auf Trittsteinen (tobi-ishi) wird der durch Tore in mehrere Abschnitte geteilte Garten durchschritten. Dabei wird Wert darauf gelebt, dass die Gestaltung des Gartens möglichst ungekünstelt ist und an einen Bergwald erinnert.
Da Teezeremonien oftmals abends stattfanden, dienten Steinlaternen dazu, den Gästen den Weg zu den Teehäusern zu erhellen.

 

 

Shiro Kasamatsu Teezeremonie

Shiro Kasamatsu (1898-1991) ist weltbekannt für seine atemberaubenden Landschaftsbilder in der klassischen 'shin hanga' Tradition. Die ' Tee Zeremonie', erstellt ca. 1960, ist eines seiner wenigen Bilder, die eine klassische bijin-ga (schöne Frau) darstellt. Speziell zu beachten sind die starken Farben sowie die vielen Details dieses aussergewöhnlichen Drucks.

Nebst der 'Teezeremonie' erstellt Kasamatsu ein ukiyo-e, welches eine bijin-ga bei der Erstellung eines Ikebana darstellt. 

Im 16. Jahrhundert hatte sich Ikebana zu einer viel beachteten Kunst mit genauen Anweisungen und vielen Theorien entwickelt. Blumensteckfeste und Ausstellungen wurden gehalten und Unterricht in dieser Kunst zu geniessen, gehörte zur Erziehung jedes Aristokraten.

 
Seit der Einführung der Teezeremonie in Japan wurde die Kunst des sado von Generation zu Generation weiter vererbt und in verschiedenen Schulen unterrichtet. Diese Schulen existieren noch heute, dabei hat jede Schule leicht unterschiedliche Formen. Als wichtigste Schulen sind Urasenke, Omote und Mushakoji zu nennen.

 

Ukiyo-e, Holzdruck im vormodernen Japan

Im vormodernen Japan spiegelt sich das Leben in den ukiyo-e benannten Holzschnitten wieder, die dem Betrachter das bunte Treiben "der fliessenden Welt vermitteln". Die Holzdruck-Technik kam bereits im 8. Jahrhundert mit dem Buddhismus aus China nach Japan, doch diente sie zunächst religiösen Zwecken. Erst mit dem Aufblühen der bürgerlichen Kultur seit dem Ende des 16. Jahrhunderts eroberten die profanen wie auch frivolen Themen den Bilddruck.
 
Der Holzschnittdruck war eine Volkskunst. Sie entwickelte sich während der Edo-Zeit (1603 - 1868), als das Land vollständig von der Aussenwelt isoliert war. Im Zuge des Niedergangs der feudalen Macht gelangte die Klasse der Kaufleute zu wirtschaftlicher Macht. Hand in Hand mit der Gründung der Städte und der Entstehung einer städtischen gegenüber der feudalen Kultur der Höfe wurde sie zu einem prägenden Element der japanischen Kunst.
 
Darstellungen aus dem alltäglichen Leben zeugen heute noch vom Leben aus der Edo-Zeit. Traditionelle Künste wie Teezeremonie oder Ikebana waren beliebte Themen.


Chikanobu Toyohara 1838-1912

 


     erstellt ca. 1904 für die Serie "Bilder aus Edo" ("Edo Nishiki")
Chikanobu, ein Schüler von Toyohara Kunichika, hiess ursprünglich Hashimoto Chikanobu.

Gemäss alter Tradition, übernahm er den Nachnamen und den zweiten Teil chika des Namens seines Meisters als Künstlername.
 
Chikanobu signierte seine Farbholzschnitte zumeist mit Yoshu Chikanobu oder mit Yoshu Chikanobu hitsu.
   

Chikanobu's bekanntesten Serien sind sogenannte 'Triptych' (dreiteilige Drucke), die das Hofleben in und um den Chiyoda Palast zeigen. Dabei konzentrierte sich Chikanobu auf Themen um die traditionellen Werte des alten Japan. Die Teezeremonie,  Geschichten aus Japans Vergangenheit und Szenen mit Frauen und Kindern gehörten zu seinen bevorzugten Themen. Ein hoher Anteil von Chikanobu's Drucken sind im Triptych-Format erstellt worden.


 

Zu seinen bekanntesten drei-teiligen Bildern Chikanobu's gehören die Serien, welche das Hofleben in und um den Chiyoda Palast zeigen. Dabei konzentrieren sich die Themen um die traditionellen Werte des alten Japan, wie etwa Ikebana, Teezeremonie oder Bogenschiessen.

 Wichtig ist, dass man diese Serien mit Hinblick auf den damaligen Zeitgeists betrachtet. Während der Meiji-Periode war Japan war bemüht sich westliche Technik und Zivilisation anzueignen, da die japanische Gesellschaft ihre eigenen Werte als zweitklassig und überholt betrachteten.

Die traditionelle japanische Teezeremonie war ein beliebtes Motiv. Der Druck rechts zeigt zwei Damen beim Tee, ein kleiner Imbiss steht bereit. Der schöne japanischen Raum erlaubt den Blick in den Garten.

Der folgende Druck zeigt Damen im traditionellen Kimono, Pfingstrosen und ein Teehaus im romantischen Westgarten.


Teezeremonie in traditionellem japanischen Raum. Jeweils 3 Damen im Kimono werden von der Teemeisterin bedient.


 

 

"Yamato Fuzoku Joreishiki" (Ladies' Manners and Customs in Japan). Verschiedene Damen im Kimono geniessen eine Teezeremonie im offenen Wohnraum mit Sicht auf den Garten. Bonsai sind in verschiedenen Behälter aufgestellt. (ca. 1890)

 

"Shoka no En" Mutter mit Kleinkind wartet im Teehaus. Eine Steinlaterne leuchtet drei weiteren Personen den Weg. Steinlaternen wurden nicht nur bei Tempel aufgestellt, sondern fanden ebenfalls eine grosse Verbreitung in Teegärten. Entsprechend feinsinnig wurde der Garten um das Teehaus angelegt und an markanten Punkten des Weges steinerne Laternen aufgestellt um den Besuchern den Weg zu Teehaus zu zeigen. Auf dem Druck wird eine Ikekomi-gata, (eingegrabene Laternen) dargestellt.

 

Dieser Druck von Chikanobu zeigt eine Kasuga Tempellaterne.

"Toshi Toku Ehau Moude". Zwei Damen und ein Kind im Kimono besuchen einen Tempel.


 
Miki Suizan (1887-1957) (Miyako-Odori no Ten-Cha)
 
"Tea Ceremony at Cherry Dance"

Erstellt ca. 1925. Aus der Serie 'Ausgewählte Ansichten aus Kyoto' ("Shinsen Kyoto Meisho Dai-Isshu")

Miki Suizan produzierte nur 14 ukiyo-e, davon 6 "bijin-ga" Portrait' (schöne Frauen) und 8 Landschaftsbilder in der klassischen 'shin hanga' Tradition.
 
Miki Suizan stammte aus Kyoto, nach Tokyo dem zweiten Zentrum für Shin Hanga Grafiken. Suizan studierte bei Takeuchi Seiho und war ein anerkannter Maler für Bilder im traditionellen japanischen Stil.
 
Als 'Shin Hanga' (neue Graphiken) werden die Drucke bezeichnet, die im Zeitraum von 1915 bis 1962 entstanden. Initiator von Shin Hanga war ein Verleger namens Watanabe Shozaburo.

Die Shin Hanga Künstler konzentrierten sich auf traditionelle Designs, Landschaften, schönen Frauen und Schauspielerportraits.


 

(Toshikata Mizuno 1866-1903, Teezeremonie)

Toshikata, geboren in Tokyo als Mizuno Kumejiro, wurde als Dreizehnjähriger von seinem Vater auf die Druckkunstschule von Tsukioka Yoshitoshi geschickt. Später absolvierte er eine Lehre bei einem Keramikmaler und liess sich anschliessend in traditioneller japanischer Malerei von Shibata Hoshu und Watanabe Seitei ausbilden.

Mizuno schuf mehrere Serien von bijin - schönen Frauen - und Genre Szenen mit Frauen und Kindern. Er gehört zu den Künstlern, die Kriegsdrucke entwarfen, die Szene aus dem chinesisch-japanischen Krieg darstellten.


 

Kitagawa Utamaro I Tsutaya Jûzaburô (Kôshodô)
 
Kitagawa Utamaro I Steinlaterne

Der Besuch im Shingoken's Cottage zeigt im Hintergrund eine
Yukimi mit überlangen Beinen. Der Druck wurde ca. 1788–89 (Tenmei 8–Kansei 1) von Kitagawa Utamaro I Tsutaya Jûzaburô (Kôshodô) erstellt. Dieser zweiteilige Druck (Diptych) wurde im vertikalen oban Format erstellt (ca. 38.8 x 51.8 cm). Auf der linken Seite wird die Teezeremonie vorbereitet, rechts treffen die Gäste ein und werden formell begrüsst.
   


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