Ukiyo-e, Holzdruck im vormodernen Japan

 

Im vormodernen Japan spiegelt sich das Leben in den ukiyo-e benannten Holzschnitten wieder, die dem Betrachter das bunte Treiben "der fliessenden Welt vermitteln". Die Holzdruck-Technik kam bereits im 8. Jahrhundert mit dem Buddhismus aus China nach Japan, doch diente sie zunächst religiösen Zwecken. Erst mit dem Aufblühen der bürgerlichen Kultur seit dem Ende des 16. Jahrhunderts eroberten die profanen wie auch frivolen Themen den Bilddruck.
 
In Japan berühmt, ist die Geschichte des verarmten Samurai, der in einer bitterkalten Winternacht des Jahres 1383 seine letzten drei geliebten Bonsai dem Feuer opferte, um für seinen hohen Besuch, einen Shogun, zu heizen. Auf diesem Holzdruck ist zu sehen, wie die Bäumchen gerade mit einem Haumesser abgeschlagen werden.


Herstellung von Holzdrucken

Beim Holzdruck werden die zu druckenden Teile aus dem Druckträger erhaben herausgearbeitet. Man verwendet für den Holzschnitt mit Vorliebe ein Langholz vom Obstbaum (Birnbaum- oder Kirschenholz). Darauf wird die Zeichnung aufgetragen und mit dem Messer herausgeschnitten. Die nicht druckenden Teile werden weggeschnitten, so dass die Zeichnung schliesslich erhaben auf dem Block steht. Auf das eingefärbte Relief wird ein angefeuchtetes Papier gelegt, das mit der Hand abgerieben oder durch die Buchpresse angedrückt wird.
 
Beim Holzstich wird ein Hartholz, ein quer zur Faser geschnittenes Buchsbaum-
oder Birnbaumhirnholz benötigt. Hier werden die nicht druckenden Partien statt mit Klinge (wie beim Holzschnitt auch grössere Partien) mit einem spitzen Eisen in feinen Linien aus dem Holz herausgehoben. Die gedruckten Partien eines Holzschnittes können mit zunehmender Intensität des Druckes der Holzplatte auf das Papier etwas vertieft auf dem Papier liegen.
 

Seit dem 8. Jahrhundert waren in Japan heilige Texte bekannt, die mit Götterdarstellungen in Form von Holzschnittdrucken illustriert waren. Hatte der Holzdruck in China seine Ursprünge, so waren es zwei Besonderheiten Japans, die ihm dort eine rasche künstlerische wie technische Weiterentwicklung ermöglichten. Zum einen fertigten die Japaner ein dickes, weiches, saugfähiges Papier, das sehr gut zur Aufnahme von Farbe oder Tinte geeignet war. Zum anderen lieferten die zahlreichen Kirschbäume ein Holz, das wegen seiner Kompaktheit und Homogenität in besonderer Weise für die Herstellung von Druckstöcken tauglich war.

Holzschnittdruck als Volkskunst


Hiroshige, Ando (1797-1858) Serie: Meisho Edo hyakkei (Die hundert berühmten Ansichten von Edo). Bildtitel: Saruwaka-machi yori-no kei (Das Saruwaka-Viertel am Abend). Format: oban Hochformat (34 x 22 cm), Datiert: 1856, Verlag: Uoya Eikichi, Signiert: Hiroshige ga. Teehäuser und Theater. Dazwischen Passanten, die im Mondlicht Schatten werfen, was sehr selten auf japanischen Holzschnitten zu sehen ist.
 
Der Holzschnittdruck war eine Volkskunst. Sie entwickelte sich während der Edô-Zeit (1603 - 1868), als das Land vollständig von der Aussenwelt isoliert war. Im Zuge des Niedergangs der feudalen Macht gelangte die Klasse der Kaufleute zu wirtschaftlicher Macht; Hand in Hand mit der Gründung der Städte und der Herausbildung einer städtischen gegenüber der feudalen Kultur der Höfe wurde sie zu einem prägenden Element der japanischen Kunst.
 
Die Künstler waren keine Hofkünstler, die vom Adel bezahlt wurden, sondern meist einfache Leute, die sich mit Malerei oder Holzschnittdrucken ihren Lebensunterhalt verdienten. Da diese Kunst im Volk selbst seine Abnehmer und seine Herausgeber fand, die sie finanzierten, konnte sie sich von den thematischen und stilistischen Vorgaben der Feudalkultur freihalten. Der Übergang von der Malerei zum Holzschnittdruck vollzog sich dann auch deshalb, weil die Nachfrage nach eigenen, standesgemässer Alltagskunst immer weiter stieg und nur der Holzschnittdruck eine billige Massenproduktion erlaubte.
 
Entscheidender ökonomischer Faktor in der Entwicklung dieser Kunst aus dem Volk über das Volk und für das Volk waren die Verleger.

Die steigende Zahl der Verlage - um 1700 gab es in den Grossstädten Edô, Kyôtô und Osaka über 330 von ihnen - führte schliesslich 1721 zur Gründung einer Holzschnittzunft.

Von Regierungsseite wurde 1791 ein Zensurgesetz erlassen, um die aufstrebende Kultur kontrollieren zu können. Daraufhin führten die Verleger eine vorbeugende Zensur ein, damit Sanktionen vermieden werden sollten; das Amt des Zensors teilten sie unter sich. Von da an veränderte sich das Zensursystem ständig, in wechselseitiger Anpassung von Regierungsgesetzen und Zunftorganisation.

Ukiyo-e im japanischen Theater

Der Holzschnitt spiegelte den Geschmack des Volkes ebenso wieder, wie er ihn prägte. Zu den beliebten Motiven gehörte das Volkstheater, das Kabuki. Im Gegensatz zum stark stilisierten, aristokratischen Nô lebte das Kabuki von der bunten Vielfalt und der Vitalität des städtischen Lebens; der Farbholzschnitt nahm die Theatermotive auf, stellte etwa Bühnen in Gesamtansicht dar, belieferte einen zunehmenden Markt für Schauspieler- Darstellungen - also eine Art Fan-Poster - und verhalf so umgekehrt dem Kabuki zu grösserer Beliebtheit.
 

Yoshitaki (1841-1899) Osaka-Meister. Chuban-Triptychon. Drei Kabuki-Schauspieler im Stück Suda no Haru Geisha Katagi. Rechts der Schauspieler Mimasu Daigoro V, in der Mitte Onoe Tamizo II und links Arashi Rikaku II. 

Tsukioka Kogyo (1869-1927), Schüler von Yoshitoshi. Format oban yoko-e. Aus der Serie “Noga okagami daigokan” (Muster von No-Spielen). Szene aus einer No- Theater-Aufführung mit drei Schauspielern. Datiert: ca. 1926. Signiert: Kogyo mit Siegel. Gedruckt u.a. mit Silber und Lack- schwarz. Die Holzmaserung ist ebenfalls gedruckt.
 


Baichoro Kunisada II (1823-1880) Aiban, tate-e. Schauspieler auf der Bühne, in einer Szene, in der ein Puppenspiel aufgeführt wird. Zwei schwarz gekleidete Helfer gelten als unsichtbar.

 




Hiroshige, Ando (1797-1858) Serie: Meisho Edo hyakkei (Die hundert berühmten Ansichten von Edo). Bildtitel: Der Nihon-Deich bei Shinyoshiwara. Format: oban Hochformat (34 x 22 cm), Datiert: 1857, Verlag: Uoya Eikichi, Signiert: Hiroshige ga. Von links vorne zieht sich zur rechten Seite der Nihon-Deich, bestanden mit Teeständen. Dieser Deich war der einzige Zugang zum Vergnügungsviertel Yoshiwara in Edo (Tokyo). In der Bildmitte einige Bäume und eine Wasserfläche. Am Himmel der Halbmond und davor eine Schar Vögel.

Auch das Leben der Vergnügungsviertel, in die die Regierung die Prostitution verbannt hatte, wurde von der ukiyo-e als Motiv für wert erachtet. Kultivierte Kurtisanen wurden abgebildet und ihr oft exklusives, luxuriöses Leben, in das sich aber - typisch japanisch - auch ein Unterton von Melancholie einschlich. 
 
Traditionelle Künste wie Ikebana oder Teezeremonie wurden gerne von verschiedenen Künstlern als Motive ausgewählt
Ein grosser Spezialist unter den Ukiyo-e Meistern war auch Utamaro Kitagawa. Sein Thema waren die Frauen, besonders die, die als Geishas oder Kurtisanen in den Teehäusern der Vergnügungsviertel zu finden waren.

Die Landschaftsdarstellung spielt schon seit Mitte des 17.Jhs. ihre Rolle im Holzschnitt, zunächst jedoch nur als phantastischer oder stilisierter Hintergrund für Figuren. Später erfuhr sie eine Aufwertung, indem sie als lyrisches Element die Jahreszeit andeuten half und zu einer dichten Atmosphäre der Drucke beitrug. Unabhängiges Motiv wurde sie erst durch Hokusai und Hiroshige.

Andô Hiroshige (1797-1858) wurde 1833 durch den Beginn der Veröffentlichung seiner Serie ‚Tôkaidô gojûsan tsugi no uchi‘ (Die 53 Stationen des Tôkaidô) im Verlag Hôeidô bekannt. Über die Jahre nahm die Beliebtheit dieser Serie eher noch zu, so das immer neue Abzüge von den Blättern gedruckt wurden.


Andô Hiroshige schuf viele Serien wie die "Hundert Ansichten von Edo" oder die "53 Stationen der Ostmeerstrasse" (Tôkaidô)

In Japan waren nie zuvor so viele Menschen unterwegs wie in der Edo-Zeit (1600 - 1867). Nach Jahrhunderten der Aufstände, Unruhen und Bürgerkriege war es der Familie Tokugawa unter ihrem Oberhaupt Ieyasu im Jahr 1600 gelungen, Japan zu einigen und zu beherrschen. Regierungssitz des militärischen Regimes wurde Edo, das heutige Tokyo. Es waren die restriktiven Bestimmungen und Verordnungen dieser Militärregierung, die die grosse Reisebewegung in bis dahin unbekannten Ausmassen auslösen sollten. 

 


 

Darstellungen aus dem alltäglichen Leben zeugen heute noch vom Leben aus der Edo-Zeit. So sind Darstellungen von traditionellen japanischen Bädern gerne gesehene und von Sammlern gesuchte Sujects.



 


 

Im 16. Jahrhundert hatte sich Ikebana zu einer viel beachteten Kunst mit genauen Anweisungen und vielen Theorien entwickelt.

Blumensteckfeste und Ausstellungen wurden gehalten und Unterricht in dieser Kunst zu geniessen, gehörte zur Erziehung jedes Aristokraten.


Shiro Kasamatsu

Kitagawa Utamaro Ikebana Wettstreit zwischen Okita und Ohisa.jpg
 
Kitagawa UTAMARO gilt als einer der wichtigsten Künstler bei den Darstellungen der schönen Frauen (Bijinga). Auf diesem Bild messen sich die beiden Schönheiten Okita und Ohisa bei der Kunst des Ikebana. Okita füllt ihre Pfeife mit Tabak und geniesst ihre Pause. Ohisa lehnt sich mit der Ikebanaschere in der Hand zurück und betrachtet ihr Werk. Der zur Seite gerutschte Überkimono zeigt Okitas Untergewand, eine doch eher spezielle Darstellung, die einen Hauch von Voyeurismus vermittelt. 

 
Schmink-Kästchen sind im Mittelstand des alten Japan bereits im 18. Jahrhundert sehr beliebt gewesen. Sie müssen eine wichtige Bedeutung im Leben der Frauen gespielt haben. 
 
Auf zahlreichen Holzschnitt-Drucken
findet man Darstellungen Geisha und schönen Frauen vor ihren Schmink-Kästchen sitzend.

Diese Kästchen wurden zur Aufbewahrung von Kämmen, Haarnadeln, Haarschmuck, Puder und wertvollen Ölen verwendet. Um ein möglichst Platz sparendes Aufbewahren des Kästchens zu ermöglichen, ist der Spiegel versenkbar.
Kunisada_II_3 Geisha_mit_Hibachi
 
Kunisada II, einer der berühmtesten Ukiyo-E Künstler zeigt auf diesem Bild drei Damen in Kimono. Eine Bedienstete in einfachem Kimono bereitet an einem Hibachi Tee zu. Der Hibachi ist klar als Tokio (Edo) Style erkennbar. Zur Zeit Kunisada's  wurden oft Kurtisanen des Yoshiwara (Vernügungsviertel während der Edo-Periode 1603-1868 in Tokio) dargestellt. Die stehende Dame im farbenfrohen Kimono hält einige Iris in der rechten Hand. Ihr Haarschmuck und der teure Kimono lassen darauf schliessen, dass es sich um eine sehr bekannte Geisha handelt. Leider sind die Schuhe nicht erkennbar, es ist jedoch nicht auszuschliessen, dass es sich bei der Dame um eine 'Oiran' handelt. Das Wort 'Oiran' besteht aus zwei Kanji, wobei das erste Zeichen 'Blumen' bedeutet, das Zweite als 'Führer' oder als 'Erste' gelesen werden kann. Unter den 'Oiran' nahm die 'Tayu' den höchsten Rang ein und konnte darauf hoffen, den Daimyo, oder als grösste Ehre, den Shogun unterhalten zu dürfen. Um Ihre Kunden zu unterhalten praktizierten 'Oiran' die Künste des Tanzes, der Musik, Poesie und Kalligraphie. Ebenso wurde erwartet, dass gebildete Witze und Wordspiele zur anspruchsvollen Unterhaltung beigetragen wurden.  

 
Samurai in aussergewöhnlichen Rüstungen, hoch zu Pferd, oder auch in einer Schlacht, wurden von den Ukiyo-E-Künstlern ebenfalls gerne dargestellt.

Tsunami, die grosse Welle im Hafen


Katsushika Hokusai " Die grosse Woge"
Aus der Serie der 36 Ansichten des Fudschijama
Farbholzschnitt, 1823 - 1829 

Eine gefährliche Begleiterscheinung von Erdbeben sind Tsunami. Das Wort Tsunami stammt aus dem Japanischen und bedeutet "grosse Welle im Hafen". Sturmfluten die sich mit Wellen von mehr als 10 Meter Höhe und hoher Geschwindigkeit auf die Küste zu bewegen.

Bei dem Kantô-Erdbeben von 1923 hatte eine 11 Meter hohe Sturmflut die unweit von Tôkyô liegende Insel Enoshima vollständig unter Wassermassen begraben.  Ukiyo-E Künstler wie Hokusai haben Tsunamis bereits im 19. Jahrhundert dargestellt.
 

Zeitliche Bestimmung des japanischen Holzschnitts
 

Neben Serien- oder Bildtiteln finden wir auf Holzschnitten ausser der Signatur des Künstlers meist auch die Marke des Verlegers, in dessen Hand die Finanzierung und der Vertrieb der Drucke lag. Seit etwa 1770 mussten Holzschnitte auf Regierungserlass zensiert werden, ab 1790 erscheinen eigene Zensurmarken. Anfang des 19. Jahrhunderts sind diese zeitweise mit Datumsangaben in einem Siegel kombiniert. Danach findet sich meist nur ein Zensurstempel. In der Zeit von ca. 1840 bis 1845 treten meist zwei Zensoren in Aktion. Ab ca. 1845 wurden neben den Zensurstempeln auch Datumsstempel mit genauen Angaben eingeführt, z.B. bei Hiroshige (1797-1858) und Kunisada (1786-1864). Von seltenen Ausnahmen abgesehen sind die Namen der Holzschneider oder Drucker erst ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts angegeben.
Schauspieler und auch Kurtisanen führen für gewöhnlich ein eigenes Wappen (mon), das auf ihrer Kleidung erscheint, und können dadurch häufig auch ohne Namensangaben identifiziert werden. Ihre Rollen lassen sich oft an Hand der noch erhaltenen Theaterprogramme bestimmen, wodurch man die Drucke zum Teil auf den Monat genau datieren kann.


Einteilung der Stile

Edo
Die während der Edo-Zeit - von der Mitte des 17. Jahrhunderts bis 1868 - entstandene Holzschnitte werden in drei Perioden eingeteilt: die primitive, die klassische und die dekadente Periode.
Zu den "Primitiven" zählen Moronobu, Sukenobu und die Meister der Kaigetsudô-Schule (ca. 1700 bis 1720), berühmt für ihre Darstellungen von Bijin (schöne Frauen). Auch Okumura Masanobu (1686 - 1764) gehört zu diesem Kreis, zeichnet sich aber durch die Vielfalt in seinen Entwürfen aus, ebenso wie Nishimura Shigenaga (1697-1756), der die ersten Landschaften mit Figuren entwarf. Die Meister der Torii-Schule wie Kiyonobu (1664-1729) und Kiyomitsu (1735-85), die hauptsächlich Schauspieler darstellten, rechnet man auch zu den "Primitiven".


(Suzuki Harunobu)
Suzuki Harunobu (1724-1770) mit seinen zarten Frauengestalten war der erste "Klassiker", gefolgt von Koryûsai (tätig ca. 1764-88) und Kiyonaga (1752-1815), die anfangs in ähnlichem Stil arbeiteten, wobei letzterer mit seinen Szenen aus dem Leben Edos die weitere Entwicklung des Holzschnitts stark prägte.
 
Koryûsai entwickelte in seiner letzten Schaffensphase einen eigenen kraftvollen Frauentyp. Eine überragende Rolle spielte in dieser Gruppe der Klassiker Utamaro I. (1753-1806) mit seinen wundervollen Frauenporträts. Auch Toyokuni I. (1769-1825), der sowohl für seine Schauspieler- als auch Frauendarstellungen bekannt war, gehört noch in diesen Kreis.

 
Sein Schüler Kunisada (1786-1864) , dessen frühe Frauendarstellungen von hoher Qualität zeugen, wird bereits zu den "Dekadenten" gezählt, was auf seine in späteren Jahren grosse Produktion, die zum Teil von seinen Schülern unter seinem Namen gefertigt wurde, zurückzuführen ist. Aber auch Eizan (1787-1867), dessen Frauengestalten stark von Utamaro beeinflusst sind, und Eisen (1790-1848), bei dem neben Frauendarstellungen auch Landschaften zu beachten sind, werden als "dekadent" bezeichnet ebenso wie Kuniyoshi (1797-1861), in dessen phantasiereichen Darstellungen aus der japanischen Geschichte und Legende sowie in seinen wenigen Landschaften schon westlicher Einfluss spürbar wird.
 
Erst Ende des 18. Jahrhunderts etablierte Toyoharu (1735-1814), Gründer der Utagawa-Schule, Landschaftsdarstellungen auf Holzschnitten im Rahmen der Ukiyo-e. Die beiden grossen Meister dieser Richtung waren der geniale Hokusai (1760-1849), der in Europa und Amerika durch "Die Woge" aus den "36 Ansichten des Fuji" weithin bekannt ist, und Hiroshige (1797-1858), von denen die europäische Kunst zuerst, später auch von anderen Meistern, stark beeinflusst wurde und mit zur Entstehung des Jugendstils führte.

Ôsaka
In Ôsaka wurden ab ca. 1780 Holzschnitte hergestellt. Hier herrschten die Darstellungen von Schauspielern vor. Meister wie Sadanobu (1809 - 1879), Sadakage (tätig ca. 1818 - 1844) oder Hirosada (tätig 1819 - 1865) entwarfen kraftvolle Schauspielerportäts, aber auch vereinzelt Landschaften.

Spätphase
In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts spielte neben Meistern wie Ogata Gekkô (1859 - 1920) und Toyohara Chikanobu (1838 - 1912) Taiso Yoshitoshi (1839 - 1892), berühmt unter anderem durch seine "Hundert Gestalten des Mondes", eine herausragende Rolle. In dieser Zeit entstanden auch viele Holzschnitte, häufig in Buchform, von Meistern, die primär als Maler tätig waren, wie Kôno Bairei (1844-95).

Shin-hanga - Neue Drucke
Als 'Shin Hanga' (neue Graphiken) werden die Drucke bezeichnet, die im Zeitraum von 1915 bis 1962 entstanden. Initiator von Shin Hanga war ein Verleger namens Watanabe Shozaburo. Die Shin Hanga Künstler konzentrierten sich auf traditionelle Designs, Landschaften, schönen Frauen und Schauspielerportraits.

Die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts im Japanischen Farbholzschnitt ist unter anderem geprägt durch die Landschaften von Kawase, Hasui (1883 - 1957) und die Frauenporträts von Itô Shinsui (1898-1972) oder Torii Kotondo (1900 - 1976). Bis heute wird die Tradition der Holzschnittkunst fortgeführt.

Shiro Kasamatsu
 

Shiro Kasamatsu (1898-1991) ist weltbekannt für seine atemberaubenden Landschaftsbilder in der klassischen 'shin hanga' Tradition. Die ' Tee Zeremonie', erstellt ca. 1960, ist eines seiner wenigen Bilder, die eine klassische bijin-ga (schöne Frau) darstellt. Speziell zu beachten sind die starken Farben sowie die vielen Details dieses aussergewöhnlichen Drucks.
 

Nebst der 'Teezeremonie' erstellt Kasamatsu ein ukiyo-e, welches eine bijin-ga bei der Erstellung eines Ikebana darstellt.  Im 16. Jahrhundert hatte sich Ikebana zu einer viel beachteten Kunst mit genauen Anweisungen und vielen Theorien entwickelt. Blumensteckfeste und Ausstellungen wurden gehalten und Unterricht in dieser Kunst zu geniessen, gehörte zur Erziehung jedes Aristokraten.

 

Dieser Holzdruck, von Hasui Kawase erstellt zwischen 1946-57, zeigt eine schöne Kombination von einer Shinzentouron-Tempellaterne mit einer grossen Pagode im Hintergrund.

Hasui Kawase gilt als einer der grossen Meister der Shin Hanga Bewegung.

Zentsuji, in der Darstellung von Hasui Kawase, hat für japanische Buddhisten eine besondere Bedeutung dank der buddhistischen Tempel der Shingon Sekte und deren Begründers. Es war ein Priester namens Kukai, der später als Kobo-daishi bekannt wurde. Er gründete die buddhistische Siedlung am Koya-san in der Wakayama Präfektur südlich von Osaka. Kobo-daishi wurde in Zentsuji im Jahre 774 geboren.

Kawase Hasui Zentsu Temple Sanshu
(Kawase Hasui Zentsuji Tempel Sanshu)

Eine interessante Einführung (auf Englisch) zeigt der Youtube-Film: Art of Asia: Japan - Pictures of the Floating World.

 


Papierformate
Neben vielen anderen Papierformaten war für den Vielfarbendruck das vertikale oban-Format das gebräuchlichste (ca. 24 x 36 cm bis ca. 25.4 x 38 cm). Ebenfalls recht häufig in Gebrauch war das chuban-Format (ca. 18 x 27 cm bis ca. 19 x 25.5 cm). Für surimono, die zunächst in unterschiedlichen Formaten erschienen, wurde ab ca. 1810 mehrheitlich das shikishiban-Format verwendet (ca. 18 x 18 cm bis 20.5 x 23 cm).

Diese Grössen leiten sich vom grossen 'hosho' Blatt ab, welches in etwa den Massen 38 x 51 cm entspricht. Neben der Blattgrösse wird jeweils angeben, ob der Druck in Hochformat (tate-e) oder in Querformat (yoko-e) dargestellt wird.

Die folgende Tabelle zeigt die verschiedenen Papierformate. Dabei ist es jedoch wichtig zu beachten, dass die Drucke auch Abweichungen zu diesen Massen haben können.

 

Format Grösse in
inches
Grösse in
cm

Beschreibung

Aiban 9 x 13 22.5 x 34.5

zwischen obanu und chuban Grösse, 1/2 eines kleinen hosho Blattes

Chuban 7.5 x 10 19 x 25.5

1/2 der oban Grösse, 1/4 eines grossen hosho Blattes, eines der häufigsten Formate

Chu-tanzaku 5.1 x 15 13 x 38

schmales Format, ähnlich dem hosoban Format

Dai Oban 13.75 x 18.25 34.5 x 45.5

andere Bezeichnung für  'grösseres oban'

Ebankiri 7.5 x 20.25 19 x 51.5

 

Hashire-e 4.5 x 28 13 x 73

schmales Hochformat, wird oft für Bilder und Kalligraphie verwendet

Hosoban 5 x 13 14.5 x 33

häufiges Format für Tierdarstellungen

Kakemono-e 9 x 30 23 x 76

schmales Hochformat, wird oft für Bilder und Kalligraphie verwendet 

Kakuban 7 x 8 17.8 x 20.3

 

Kaku-Surimono 7 x 8.5 18 x 21.5

 

Koban 6.75 x 9 17 x 23

1/2 der chuban Grösse, 1/8 eines grossen hosho Blattes, wurde oft von Kasawe Hasui für Postkarten verwendet

Ko-tanzaku 3 x 13.5 7.6 x 34.5

 

Naga-ban 9 x 20.25 23 x 51.5

häufiges Format für grosse Tierdarstellungen

Oban 10 x 15 25.4 x 38

1/2 eine grossen hosho Blattes, eines der häufigsten Formate

Ogata-chuban 8.5 x 11.5 21.7 x 29.3

 

O-hosoban 6.75 x 15 17 x 38

 

Tanzaku 5 x 17 12.7 x 43

schmales Hochformat, wird oft für Bilder und Kalligraphie verwendet

Shikishiban 8 x 9 20.5 x 23

Rechteckiges Format, wird häufig für die Darstellungen auf Fächern verwendet

Sho-tanzaku 3.75 x 10 9.5 x 25.5

 

Uchiwa 9 x 10 22.9 x 25.4

 

Yatsugiri-ban 3,75 x 5 9.5 x 12.7

Postkartengrösse, 1/2 der koban Grösse

 


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