Der nationale Volkskundemuseum in Seoul
National Folk Museum Gyeongbokgung-Palast Seoul

 

National Folk Museum Gyeongbokgung-Palast Seoul
 
Im Herzen der Stadt Seoul gelegen, ist der Gyeongbokgung -Palast ein Zeugnis der dynastischen Vergangenheit Koreas und aufgrund seiner architektonischen Schönheit eine beliebte Touristenattraktion. Gleichzeitig erinnert er auch an die verschlungenen Pfade der koreanischen Geschichte und die Jahrhunderte der Missregierung gegen Ende der Joseon-Zeit.

In der Joseon-Zeit (1392-1910) gab es das System "der zwei Paläste". Der Gyeongbokgung-Palast diente als offizieller Hauptpalast, in dem der König hauptsächlich residierte und seinen Amtsgeschäften nachging.
National Folk Museum Gyeongbokgung-Palast Seoul
 
Auf dem Gelände des Palastes, im hinteren Teil der Anlage, befindet sich das National Folk Museum of Korea. Es zeigt über 10'000 Objekte religiöser Rituale, verschiedener Wohnkulturen, Haushaltsgeräte, Werkzeuge und Gebrauchsgegenstände.

Gezeigt werden Gegenstände des täglichen Lebens, wie Kleidung, Nahrung und deren Herstellung sowie das Leben der Menschen von der vorgeschichtlichen Zeit bis zur Joseon-Ära (1392-1910).
 

Dies erlaubt die verschiedenen Epochen miteinander zu vergleichen und die Entwicklung in den Bereichen Keramik, landwirtschaftlichen Geräten und Druckkunst zu verfolgen. Ebenfalls ist die Entwicklung des koreanischen Arbeitslebens mit Geräten für den Ackerbau, die Jagd und die Fischerei sowie Kleidung, Möbel und Hausbau illustriert. Schmuck, handwerkliche Produkte, Kimchi und die verschiedenen Krüge zur Aufbewahrung von eingelegten Lebensmitteln sind zu bewundern.

Lässt mach sich vom monumentalen Bau des Museums nicht abschrecken erfreuen in verschiedenen Hallen eine grosse Anzahl an Ausstellungsgegenständen den Besucher.

 

National Folk Museum Gyeongbokgung-Palast Seoul

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Braut mit Brautjungfern

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Bräutigam im traditionellen Hanbok

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Zeremonienmeister

Eindrücklich und mit vielen Details wird eine Hochzeitszeremonie dargestellt.

Natürlich sieht die Braut wunderhübsch aus in der traditionellen koreanischen Kleidung, dem Hanbok, welche in den traditionellen Beistellmöbeln aufbewahrt wurden. Doch noch mehr erstaunt, welch guten Eindruck der Bräutigam in der entsprechenden Robe macht. Ein Zeremonienmeister sorgt dafür, dass die Hochzeitszeremonie reibungslos vonstatten geht.

Gänse und Hochzeitsenten (Kireogi)

RJ023 Hochzeitsente

Ein Freund des Bräutigams führt den Hochzeitszug an und hält zwei hölzerne Enten in der Hand. Daher bezeichnet man ihn auch als den "Vater der Enten". Dann kommt der Bräutigam, von der Rückseite des Gartens her, an seiner Seite jeweils ein Kind.

Der Zeremonienmeister weist den Bräutigam an, eine Minute still zu stehen, dann soll er vorsichtig auf dem seidenen Läufer bis vor den Raum gehen, in dem die Braut mit ihrer Mutter wartet. Dort überreicht der "Vater der Enten" die Enten dem Bräutigam. Dann verbeugt sich der Bräutigam vor der Brautmutter und überreicht ihr die Enten. Diese sind ein Symbol der ehelichen Treue, da die Enten bekannt dafür sind, ein Leben lang mit einem Partner zu leben. Sollten keine Enten verfügbar sein, kommen auch Hühner zum Einsatz.
  
Hochzeitsenten sind auch in der westlichen Welt gerne gesehene Hochzeitsgeschenke,  nicht nur weil sie schön anzuschauen sind, sondern gerade wegen der grossen Symbolik, die man mit ihnen verbindet.

Traditionellerweise folgt eine Heirat den folgenden fünf Abschnitten:

  • die Wünsche des betreffenden Paares werden bekräftigt,

  • die Familie der Braut legt den Hochzeitstermin fest und informiert die Familie des Bräutigams,

  • der Bräutigam sendet eine Hochzeitstruhe (Ham) mit Geschenken an seine Braut,

  • der Bräutigam geht ins Haus der Braut, wo die Hochzeitszeremonie stattfindet,

  • die Braut geht zum Haus des Bräutigams, um den Schwiegereltern ihren Respekt zu erweisen.

Nachdem die Verbeugungen spricht der Zeremonienmeister einige Segensworte. Dann folgt der Toast, der letzte Teil der Zeremonie.


 

Der Zeremonienmeister weist die Braut und den Bräutigam an, sich gegenseitig ein alkoholisches Getränk aus einer aus zwei Teilen bestehenden Kürbisflasche anzubieten. Im Anschluss verbeugen sich Braut und Bräutigam tief vor den beiden Elternpaaren und den Gästen. Diese klatschen laut Beifall. Die Gäste gratulieren dem Brautpaar, schiessen Fotos und feiern.

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Nach Abschluss der Hochzeitszeremonie wird die Braut in dieser prächtigen Sänfte von vier Trägern in das Haus des Bräutigams betragen.
 
Ein Stück Tigerfell wurde auf das Dach der Sänfte gelegt um schlechte Einflüsse abzuwehren. Unter dem Sitzkissen der Braut wurden Kohlestücke und Baumwollsamen gelegt. Die Kohlstücke waren ein Symbol um Pech abzuwenden, die Baumwollsamen sollen die Fruchtbarkeit der Braut sicherstellen.

 


 

Möbel und Einrichtungsgegenstände
 
Schon seit alten Zeiten war es in Korea üblich, Teile der Bewohnungen, sowie auch Gebrauchsgegenstände vor allem aus Holz anzufertigen. Da auch Tempel, Paläste und grosse Bauten aus Holz gebaut wurden, scheint es nur natürlich, dass die Möbel und andere Utensilien aus Holz gefertigt wurden. Verglichen mit Porzellan oder Metall nahm Holz und Bambus also eine bevorzugte Stelle ein.
 
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In der Joseon–Dynastie, die von der konfuzianischen Kultur bestimmt wurde, war eine patriarchalische Grossfamilie die grundlegende Einheit der Gesellschaft. Der Vater stellte den Mittelpunkt der Familie dar, und das Sarangzimmer (Sarang-Bang) war ein Raum nur für ihn. Am Gelehrtentisch (Gyeongsang) übte sich der Hausherr im Schreiben von Kalligraphien und Gedichte und vertiefte sich in das Studium alter Schriften.
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(Regal (Tak-Jae) im Sarang-Bang mit Schreibutensilien

Beistellmöbel (Mouri-Jang) wie auch Cheung-Jang wurden früher zur Aufbewahrung von kostbaren Feiertagsgewändern, (Han-bok und Hon-bok) und den entsprechenden Utensilien und Schmuck verwendet. Sie bestechen durch ihre abwechslungsreiche Anordnung von Schubladen und Fächern und im speziellen durch die dekorativen Messing- oder Gusseisenmotive und Beschläge.

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Bestellmöbel mit Perlmutter verziert. Diese Art von Möbeln sind sehr wertvoll und wurden im Frauenzimmer eingesetzt.

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Blick in das Herrenzimmer, ausgestattet mit einem Tisch zum Schreiben von Kalligrafie und Gedichten.


Diele mit grosser Reistruhe und Regal. Im Vordergrund sind die kleinen Tische zu sehen, welche zur Darreichung von Speisen verwendet wurden.

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National Folk Museum Gyeongbokgung-Palast Seoul
Blick in das Schlafgemach.
 
Über dem hölzernen Beistellmöbel hängen die Hanbok, die traditionelle koreanische Kleidungsstücke. Das Möbel ist mit Messingbeschlägen dekoriert. Geschlafen wird am Boden. Um die kalten Winternächte angenehm zu verbringen, wird der Raum mit einer Bodenheizung (ondol) gewärmt.
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Traditionelle koreanische Medizin

Einzelne Exponate zeigen mit realistischen Darstellungen in nach gebauten traditionellen Häusern (Hanok). In diesen Räumen wird die Behandlung von Kranken nach den Regeln der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) gezeigt. TCM hat ihren Weg von China nach Korea gefunden hat und hat nach wie vor einen sehr hohen Stellenwert bei der Behandlung von Krankheiten.
 

Die klassischen koreanischen Möbel sind die Medizinschränke; sie gefallen durch ihren Stil und ihr Aussehen und erfreuen sich auch in der westlichen Welt einer zunehmenden Beliebtheit. Früher erfüllten sie nützliche Zwecke nämlich zur Aufbewahrung von Arzneien, Ginseng, Kräutern und Wurzeln, wie sie in der traditionellen koreanischen Medizin verwendet wurden.  Obgleich es aus westlicher Sicht nicht wichtig erscheinen mag, unterscheidet sich die in Korea praktizierte orientalische Medizin von der in China praktizierten TCM (Traditionelle Chinesische Medizin).

Der Ursprung ist zwar derselbe, der wichtigste Unterschied liegt im "Sasang Chejil Uihak", danach werden die Menschen entsprechend ihrer physischen Konstitution in vier Kategorien unterteilt, jede Kategorie wird unterschiedlich behandelt. 

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Um 1610 wurden die durch Experimente gewonnenen Erkenntnisse zum ersten mal schriftliche festgehalten (Tongui Pogam). Dies war wichtiger Schritt für die weitere Entwicklung der traditionellen koreanischen Medizin. 
 
Die Szene links zeigt einen traditionellen Untersuchungsraum, wo ein Doktor eine Pulsdiagnose vornimmt.
 
Eine Kräutermischungen aus Tee und sonstige Tränke wird aus den Medizinschränken zusammengestellt und dem Patienten abgegeben. Vereinzelt findet man diese “Medizin-Apotheken” auch heute noch in der Grossstadt Seoul.

National Folk Museum Gyeongbokgung-Palast Seoul Die Herstellung der Kräutermischungen ist eine Wissenschaft, welche einen sehr hohen Stellenwert in der traditionellen chinesischen- wie auch koreanischen Medizin hat. Dieses Exponat zeigt wie mit einem einfachen Schneideinstrument die benötigten Materialien zugeschnitten werden. Anschliessend werden sie in den Schubladen der Medizinschränke aufbewahrt. Abschliessbare Fächer erlauben das sichere Aufbewahren von sehr wertvollen oder giftigen Substanzen.

Die Medizinschränkchen haben alle unterschiedliche Charakteren. Es gibt sie in diversen Formen und Varianten und sie können als spezielle Zierde auch mit modernen Möbeln kombiniert werden.

 

   


Kalligraphie und Schreibkunst
 

In der Joseon–Dynastie wurde von einem Gelehrten drei Fähigkeiten erwartet; Dichtkunst (Shi), Kalligraphie (Seo) und Zeichnen bzw. Malen (Hwa).
 

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Exponat mit einem Gelehrtentisch (Gyeongsang) sowie den benötigten Schreibutensilien, um die Kunst der Kalligraphie zu üben.

Die Kunst der Gelehrten etwas mit einem Füllfederhalter oder einem Bleistift auf Papier niederzuschreiben, wie wir es täglich tun, erfordert für gewöhnlich keine grossen Anstrengungen oder langes Nachdenken. Die meisten Menschen machen sich über ihre Handschrift keine Gedanken, solange sie lesbar ist. Sogar Kalligraphen, die in romanischer, germanischer oder slawischer Schrift schreiben und darauf spezialisiert sind, so zu schreiben, dass ein guter optischer Eindruck entsteht, sehen sich nicht mit dem Gegensatz von eiserner Disziplin und gleichzeitig verblüffender Freiheit konfrontiert, die die Kunst der Kalligraphie in Korea aufweist. 
 
 
Natürlich darf nicht vergessen werden, dass die Frau des Hauses grossen Wert auf Ihre Schönheit gelegt hat. So wurden diese Spiegelkästchen zum Schminken verwendet. Das Schminkkästchen war eines der wichtigsten Gegenstände, welche die junge Braut in den neuen Haushalt mitnahm. Speziell für die Vorbereitung der Braut für die traditionelle Hochzeitszeremonie wurden diese Kästchen gerne eingesetzt. Die leicht transportierbaren Kästchen konnten ins Sonnenlicht gerückt werden und erlaubten der auf dem Boden sitzenden Frau, das Make-Up optimal anzubringen. Die Schublade wurde für die Aufbewahrung der Kämme und Kosmetika verwendet, der versenkbare Spiegel erlaubt bei Nichtbenutzung das Kästchen Platz sparend aufzubewahren. 

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Dekorationsgegenstände

Zur Ausstattung eines Hauses gehören Truhen sowie Kunstgegenstände wie diese Seladonvase. Vermutlich haben Koreaner bereits 3000 v. Chr. die ersten Töpferwaren hergestellt. Das Glasieren der Keramiken begann nach der Vereinigung des Shilla-Reiches ca. 668 n. Chr. Verwendet wurden mehrheitlich gelbe und grüne Glasuren. Schalen, Urnen, Schüsseln, Tassen und Töpfe wurden gelegentlich mit stempelähnlichen Mustern oder mit Tusche verziert. Vasen wurden oft mit Blumen- oder Kranichmotiven geschmückt.
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Das National Volkskundemuseum lässt sich ideal mit einem Besuch des Gyeongbokgung-Palast verbinden. Sofern dann die geschundenen Füsse noch etwas Shopping zulassen ist Insa-Dong in Laufdistanz. Allerdings braucht man da schon die grössere Geldbörse, ist Insa-Dong doch ein sehr teures Quartier geworden.
 


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