Der koreanische Ginseng
In der traditionellen Medizin Ostasiens kommt Ginseng schon seit über 2000 Jahren zum Einsatz. In den alten Dynastien behielten sich zunächst die Kaiser den alleinigen Gebrauch der Wurzel vor. Den normalen Bürgern war er erst viel später zugänglich.

Im 6 Jahrhundert allerdings hatte der Ginseng als Arzneimittel langst weite Verbreitung gefunden. Ginseng wurde wie viele andere traditionelle Heilmittel, in den Schubladen der Medizinschränkchen aufbewahrt. 
 
Aus dieser Zeit wird berichtet, dass er die Blutgefässe durchgängig machen, die Vergesslichkeit mildern und Spannungen im Bereich des Herzens und des Bauches lösen würde. Im 16 Jahrhundert wurde er zur Revitalisierung von Patienten mit schwacher Konstitution angewendet, desgleichen bei Störungen und Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes, der Leber und der Atemwege, darüber hinaus bei Rheuma und Schlafstörungen und immer wieder in der Rekonvaleszenz.
 
Noch heute gehört Ginseng im ostasiatischen Raum zu den am häufigsten verwendeten Heilpflanzen Stress, Erschöpfungszustände, Depressionen, Herzschwache, Bluthochdruck, Diabetes, Anämien und Arteriosklerose sind nur einige der Indikationen, bei denen Ginseng zum Einsatz kommt. Die Vielfalt der Anwendungen ist beachtlich. Man wusste schon früh, dass die Wirkung weniger auf einzelne Organe sondern ganzheitlich auf den gesamten Organismus gerichtet ist.
  
Ginseng aus der Sicht Asiens und Europas

Der Hauptgrund für die falschen Vorstellungen, die man sich in unserem Kulturkreis vom Ginseng oft macht, dürfte darin zu suchen sein, dass sich die fernöstlichen und westlichen Auffassungen von Gesundheit und Krankheit grundsätzlich voneinander unterscheiden. So betrachtet z. B. die traditionelle chinesische Medizin seit jeher den Menschen als Ganzes. Für sie sind Körper und Psyche eine untrennbare Einheit, und Krankheiten wurden stets als eine aus dem Gleichgewicht geratene Gesundheit aufgefasst.  Die Sicht ist also ganzheitlich und grundsätzlich auf Harmonie und Ausgleich, auch mit der Umwelt, ausgerichtet.
 
Dieser Denkweise kam der Ginseng mit seiner komplexen Wirkung auf ideale Weise entgegen. Folgerichtig wurde er auch eher als Mittel zur Stärkung der Gesundheit als zur Behandlung von Krankheiten verstanden.

Die moderne westliche Schulmedizin dagegen zielt primär auf die Behandlung bereits sichtbar gewordener Krankheiten ab. Sie denkt organbezogen und ist deshalb daran gewöhnt, in Mitleidenschaft gezogene Organe vornehmlich isoliert zu behandeln Eine ganzheitliche Sicht ist bestenfalls in Anfängen erkennbar. Kein Wunder also, dass es der Ginseng mit seinem ganzheitlichen Wirkungsbild bei uns sehr schwer hat und ihm die Schulmedizin nach wie vor skeptisch gegenüber steht.
 

Inzwischen hat sich jedoch eine ganze Reihe von Wissenschaftlern aufgemacht, die uns so schwer verständliche Wirkung des Ginseng mit modernsten Methoden zu ergründen. Vieles wurde dabei entdeckt, anderes dagegen liegt nach wie vor im Dunkeln. Bevor jedoch im folgenden über die gewonnenen Erkenntnisse berichtet wird, zunächst etwas über die Pflanze selbst.
 
Es gibt mehrere Ginseng-Arten. Diese Information bezieht sich auf den koreanischen, den sogenannten "echten Ginseng". Er wird ganz allgemein so bezeichnet, weil Korea als Heimatland des Ginseng gilt. Darüber hinaus gibt es jedoch einen viel wichtigeren Grund, ihn "echt" zu nennen. Er scheint nämlich, medizinisch gesehen, ganz offensichtlich der mit Abstand wertvollste zu sein. Der Grund hierfür ist in den Wirkstoffen zu suchen, die bei den verschiedenen Arten in unterschiedlichen Mengen und Mischverhältnissen vorkommen.
  
In seiner Heimat Korea fand man ihn früher wildwachsend. Heute wird er in grossen Plantagen kultiviert, wobei Südkorea der grösste Ginseng-Exporteur ist. Ginseng aus koreanischem Saatgut wird aber auch in China und in einigen Regionen der ehemaligen Sowjetunion angebaut.
 
In der "Samguksagi" (Geschichte der Drei Königreiche), einem Geschichtsbuch aus der Goryeo-Zeit (918-1392) ist zu lesen, dass Ginseng im Jahr 513 im Auftrag von Muryeong, dem 25. König des Paekche- Reiches dem chinesischen Kaiser Liangwu als Tribut überreicht wurde. 
 
Im "Sinnongbonchokyeongjipju" (Shennong Bencaojing), einem von Tao Hongjing aus der Liang-Zeit vor 1400 Jahren geschriebenen Arzneibuch, wird Ginseng als eine Pflanze mit drei Ästen und fünf Blättern beschrieben, die im Schatten wächst und unter Lindenbäumen gesammelt werden kann. In diesem Arzneibuch werden Heilkräuter in drei Kategorien eingeteilt, je nach Nutzen und Wert. Ginseng wird hoch eingeschätzt, egal wie viel man konsumiert, Ginseng soll nichttoxisch sein und keinerlei Nebenwirkungen haben.
 
Die Region Geumsan
 
Die Region Geumsan liegt in der Provinz Süd-Chungcheong und ist zu mehr als 70% gebirgig. Gemässigte Temperaturen und ausreichend Niederschläge und Sonnenschein bieten ideale Bedingungen für den Ginseng- und Kräuteranbau. 
Da Geumsan in der Mitte der koreanischen Halbinsel in der Nähe des südlichen Armes des Han-Flusses liegt, sind die freiliegenden Felder zu steil und der säurehaltige und nährstoffarme Boden ist für den Gemüse- und Getreideanbau nicht geeignet.

Es gibt eine Legende über den Geumsan Ginseng, in der ein junger Mann aus der Kang-Familie eine Rolle spielt: Dieser lebte vor 1500 Jahren alleine mit seiner kränkelnden Mutter, sein Vater war bereits seit langem verstorben. Jeden Tag ging der Mann zu einer buddhistischen Einsiedelei in den Bergen, um für die Genesung seiner Mutter zu beten. Eines Tages erschien ihm im Traum ein Berggeist, der ihm auftrug, die Wurzel eines Krautes mit drei rötlichen Früchten, das in der Nähe einer Felswand wuchs, auszugraben und diese der Mutter zu geben. Der Mann tat wie ihm geheissen und welch Wunder, kurze Zeit später genas die Mutter. Daraufhin begann der Mann, die Samen dieses Krautes zu sammeln und seinen Nachbarn zu geben. Mit der Zeit wurden die Pflanzen, die aus diesen Samen wuchsen, zur Heilung Kranker verwendet. Die Bewohner der Gegend nannten sie "Insam" (menschliche Pflanze), da die Form ihrer Wurzeln dem menschlichen Körper ähnelt. Weil sie glaubten, diese Pflanze sei ein Geschenk der Götter, errichteten sie das Gaesamgak, ein Denkmal zu Ehren der heilenden Kräfte des Ginsengs, und markierten die Stelle, wo der Sohn der Kang-Familie zum ersten Mal Ginseng angebaut hatte.
 
In der Gegend von Geumsan werden vier verschiedene Ginseng-Sorten produziert: Susam, (Wasserginseng), Baeksam (weisser Ginseng), Hongsam (roter Ginseng) und Taegeuksam. Susam-Ginsengwurzeln werden ohne weitere Bearbeitung getrocknet, Baeksam-Ginsengwurzeln werden geschält und in der Sonne getrocknet, wodurch sie eine leicht gelbliche Färbung bekommen. Je nach Wurzelform unterscheidet man zischen Jiksam (gerade Wurzeln), Goksam (gekrümmte Wurzeln) und Misam (kleine Wurzeln). Für die Herstellung von Hongsam werden Ginseng-Wurzeln ungeschält gedünstet und getrocknet, Taeguksam sind in Wasser gekochte Wurzeln.
 
Um die medizinische Wirksamkeit zu erhöhen, wird Geumsan Ginseng Anfang Juli geerntet und Ende Oktober verarbeitet. 
  
Nach Meinung der Fachleute gilt der koreanische Ginseng allen anderen Ginseng-Arten gegenüber als medizinisch überlegen. Diese Spitzenqualität hat Südkorea, zumal es dort auch die besten Boden und Klimabedingungen für das Wachstum gibt, zum grössten Ginseng- Exporteur gemacht. Und damit man sich auf die Qualität auch verlassen kann, kontrolliert eine staatliche Monopol- behörde Anbau und Verarbeitung der Wurzeln. Diese gibt darüber hinaus auch Standards zum Mindestgehalt der Wirk- stoffe in den gängigen Handelsformen vor.


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