Gyeongju, koreanische Kultur auf einem Fleck
 
Gyeongju (경주) eine mittelgrosse Stadt im Südosten Südkoreas ist einer der bekanntesten Touristenanziehungspunkt in Korea. Sie liegt im Südosten der Provinz Gyeongsangbuk-do an der Küste zum Japanischen Meer. Zahlreiche flachere Berge wie zum Beispiel der Tohan-San sowie Ausläufer des Taebaek Sanmaek sind im Gebiet zu finden.

Gyeongju (auch Kyeongju geschrieben) war unter dem Namen Seorabol – auch Geumseong bekannt und war die Hauptstadt des alten Silla-Königreichs sowie des Vereinigten Sillareichs, welches fast ganz Korea umfasste. Nachdem das Königreich Goguryeo und Baekje im 7. Jahrhundert von Silla (57 v. Chr. – 935 n. Chr.) eingenommen wurde, ist Gyeongju zur Hauptstadt der vereinten Reiche ausgerufen worden und war der Mittelpunkt des politischen wie auch des gesellschaftlichen Geschehens in Korea.

Das Silla-Königreich, welches zum Beginn des ersten Jahrhunderts entstand, beherrschte den grössten Teil der koreanischen Halbinsel vom siebten bis ins neunten Jahrhundert. Auch heute noch sind eine grosse Anzahl historischer Stätten aus dieser Zeit zu besichtigen. Doch wie viele andere Königreiche war auch das Silla-Königreich endlich und nach dem Fall des Königreichs büsste Gyeongju seine Bedeutung ein. Die Hauptstadt Koreas befinden sich heute in Seoul.

Touristisch ist Gyeongju eine der bekanntesten Attraktionen Südkoreas und erlaubt dem Besucher auf überblickbarem Raum viele interessante Objekte zu besichtigen.

Nationalmuseum Gyeongju

Das Nationalmuseum Gyeongju blickt auf eine über 90-jährige Geschichte zurück. Das Museum zeigt Exponate aus Gyeongju und der nahen Region. Die Ausstellungsfläche ist in vier Abschnitte unterteilt: der Hauptausstellungsraum, Annex I, Annex II und die Freiluftausstellungsfläche.

Speziell interessant sind die Töpferwaren sowie Kunstgegenstände und Produkte des Kunsthandwerks sowie die Exponate aus den grossen Gräbern der Stadt Gyeongju und Umgebung. Grabbeigaben, Schmuckstücke, goldene Kronen, Gürtel und Ohrringe geben einen guten Einblick über das Können der Künstler während der Silla-Periode.
 
Dabei ist zu bemerken, dass etwa 30.000 Gegenstände aus dem See Anapji geborgen wurden. Ebenfalls werden Haushaltsgegenstände gezeigt, die einen Einblick in das Leben am Hof von Silla geben.

Sehr eindrücklich ist ebenfalls das Gelände ausserhalb des Museums, wo die berühmteste Tempelglocke, die Glocke von König Seongdeok, zu bewundern ist. Ausserdem sind hier verschiedene Kunstgegenstände aus königlichen Palästen und Tempeln ausgestellt, vor allem buddhistische Steinskulpturen und Steinlaternen.
 

 
National Museum Jyongju Tempelglocke


Gemäss Überlieferung soll der Glockenbauer seinen Sohn in das glühende Metall geworfen haben um den Glockenton speziell schön erklingen zu lassen und um dem König Seongdeok zu gefallen. Wenn man weiss, wie wichtig in Korea der Sohn für einen Vater ist, kann man sich vorstellen, welches Opfer hier erbracht wurde. 

Unschwer ist die Ähnlichkeit mit der berühmten Steinpagode Seokgatap-Pagode im Bulguksa-Tempel zu erkennen.
Bulguksa Tempel Korea Seokgatap Pagode
Diese Steinpagode steht im Bulguska-Tempel auf dem Platz zwischen Jahamun-Tor und Daeungjeon-Halle.
National Museum Jyongju  Seokgatap Pagode

Ebenfalls findet man im Aussenbereich des Museums eine neuere Version der kompliziert konstruierte Dabotap-Pagode, Koreas Nationalschatz Nr. 20 des Bulguksa-Tempels, welcher zu den bedeutendsten buddhistischen Kunstwerken der Welt zählt. 

Die Dabotap-Pagode ist auf der aktuellen 10-Won-Münze abgebildet.

Bulguksa Tempel Korea 10 Won Münze Dabotap Pagode

 

National Museum Jyongju Dabotap Pagode

Bulguksa Tempel Korea Dabotap Pagode

Dabotap-Pagode, Bulguksa-Tempel

National Museum Gyeongju Kasuga Steinlaterne
National Museum Gyeongju Kasuga Steinlaterne  
Verschiedene Steinlaternen im Kasuga-Stil sind ebenfalls zu sehen. Dabei fällt auf, dass die Kasuga in Korea generell einfacher als die japanischen Laternen gearbeitet sind.

Nara Kasuga Steinlaternen
Nara, Japan


 

Daereungwon-Park, die Grabanlage Cheonmachong

Das Gräberfeld des Daereungwon Park zeigt 23 Grabanlagen von Königen und Edelleuten der Silla Dynastie aus der Gegend von Gyeongju.

Die bekanntesten Gräber in Gyeongju sind das Cheonmachong- und das Hwangnamdaechong-Grab.

Die Ausgrabungen in diesem Gebiet begannen in den 70iger Jahren des 20. Jahrhundert.

Dabei fand man im Cheonmachong-Grab das Sattelzeug eines Pferdes, das mit einem 'Himmelspferd' bemalt war, der einzige Fund dieser Art aus der Silla-Periode.

Das Grabes ist für den Besucher begehbar, und in seinem Innern sind unter anderem die Kronen des Königs ausgestellt. Daran kann man erkennen, welch grosszügiger Lebensstil am Hofe vorherrschte.
 

 

Gyeongju Daereungwon Grabfeld

Gyeongju Daereungwon Grabfeld

Gyeongju Daereungwon Grabfeld

Gyeongju Daereungwon Grabfeld

Gyeongju Daereungwon Grabfeld

Gyeongju Daereungwon Grabfeld


In einem wunderschönen Park gelegen wandert der Besucher an Bambuswäldern und Lotusteichen vorbei umrahmt von immer wiederkehrenden, halbrunden Grabhügeln.
 
Bambus hat sowohl in Korea als auch in Japan einen besonderen Stellenwert und stellt in diesen Anbauländern eine wichtige Grösse mit volkswirtschaftlichen Wert dar. Bambusgräser wird als Rohstoff für Möbel, Haushalts- und Küchen-geräte (z.B. Ess-Stäbchen), Musikinstrumente und Fächer  verwendet. Kulinarisch werden die tropischen Gräser als Gemüse (Bambussprossen) geschätzt. Bambus kann bis zu 30 Meter hoch und einen Durchmesser von 30 Zentimeter erreichen und wachsen in Wälder bzw. Hainen.
 
Der Bambus gehört der selben Pflanzenfamilie an wie der Reis. Heimisch vor allem in tropischen und regenreichen Gebieten sind heute ca. 600 Bambusarten bekannt. Vom Riesenbambus mit dicken, vielen Meter hohen Stangen bis hin zu Minisorten, die auch in Wohnzimmern zu halten sind.
 
Gyeongju Bambuswald
Gyeongju Lotusteich Lotusteich

Im Buddhismus steht der Lotos für den Zustand absoluter Selbstlosigkeit und Reinheit.

Aus trüben, schlammigen Wassern hebt er sich empor und öffnet eine wunderschöne, reine Blüte. Gerne wird Buddha auf einer Lotosblüte sitzend dargestellt, so auch der berühmte Buddha in der Seokguram-Grotte unweit des Bulguksa-Tempels-

Gyeongju Hwangnamdaechong–Grab

Eine weitere Sehenswürdigkeit ist das Hwangnamdaechong–Grab, in dem ein Ehepaar gemeinsam bestattet ist und das viele Beigaben und goldene Ornamente enthält. Im Besonderen fällt auf, dass die Beigaben für die Ehefrau luxuriöser sind, als die des Ehemannes. Es wird deshalb angenommen, dass die Frauen auch vor der Heirat bereits einen hohen sozialen Rang innehatten.

Der Besuch dieser Gräber verschafft dem Betrachter einen guten Einblick in die koreanische Kultur vor 1500 Jahren.

   
Gyeongju  Grabbeigabe
 
Gyeongju  Grabbeigabe
Gyeongju  Grabbeigabe

 

Cheomseongdae Sternwarte

Cheomseongdae ist das älteste existierende Sternobservatorium in Asien. Es wurde in der Regierungszeit von Königin Seondeok (632-647), der ehemaligen Prinzessin Deokman errichtet und diente zu Beobachtung der Sterne. Das Ziel dieser Beobachtungen war die Wettervorhersagen.

Das zylindrische Observatorium besteht aus 263 Steinblöcken, die 30cm dick sind und in 27 Lagen übereinander vermauert wurden. In der Höhe von 4.16m hat der Turm eine 1m2 grosse Öffnung und eine Vorrichtung für eine Leiter, die zum Dach des Observatoriums führt.

Das Innere des Turmes war bis zur zwölften Steinebene mit Erde gefüllt. Die 19., 20., 25. und 26. Ebene besteht aus kreuzweise übereinander gelegten und an den äusseren Enden herausragenden Steinquadern in der Form des chinesischen Zeichens ‘井’.

Die Höhe des Turms ist 9.17m, die Steine des Fundaments haben jeweils eine Länge von 5.35m. Durch die Beobachtung der Sterne wurden Frühlings- und Herbst-, Tag und Nachtgleiche (Äquinoktien) sowie Winter- und Sommersonnenwende festgelegt.

Die kreuzweise gelegten Steinquader an der Spitze sind nach den vier Himmelsrichtungen ausgerichtet. Die Gesamtzahl der verbauten Steinblöcke symbolisiert mit 362 die Zahl der Tage eines Mondjahres.

Der Zaun, welcher das Observatorium umgibt, ist mit hübschen Sternenkonstellationen verziert.

Diese gelungene Mischung aus geraden Linien und Bogenformen in der Steinarchitektur wurde am 20. Dez. 1962 zum Nationalschatz Nr.31 ernannt.

Eine Liste der koreanischen Nationalschätze findet sich auf wikipedia. Diese Liste ist sehr umfangreich und listet jeweils alle definierten Nationalschätze Koreas auf.

Gyeongju Cheomseongdae Sternwarte

 
Gyeongju Cheomseongdae Sternwarte

 

Bulguksa, der Tempel des Landes Buddha

Bulguksa Korea Tempel Gyeongju

 
Der in der Nähe von Gyeongju gelegene buddhistischer Tempel Bulguksa gilt als Meisterwerk der Blütezeit der buddhistischen Kunst im Silla-Königreich (57 v. Chr. - 935 n. Chr.). Die Wichtigkeit dieser Anlage ist darin zu erkennen, dass sie neben ihrer wunderschönen Lage sieben Nationalschätze Südkoreas beheimatet: zwei Steinpagoden, zwei Treppenanlagen, zwei vergoldete Buddhastatuen und einen Reliquienbehälter.

Gyeongju liegt in der Provinz Gyeongsangbuk-do in Südkorea und ist die ehemalige Hauptstadt des Silla-Königreiches. Der Bulguksa liegt am Fusse des Tohan-Berges etwa 16 km vom Zentrum Gyeongju’s entfernt.

Je nach Schreibweise wird der Name Bulguksa wie folgt dargestellt:
 
Hangeul: 불국사
Hanja: 佛國寺
Revidierte Romanisierung Bulguksa
McCune-Reischauer Pulguksa

Eine ausführliche Beschreibung dieser wunderschönen Tempelanlage finden Sie hier:


 

Seokguram-Grotte, Buddhistisches Heiligtum in Gyeongju
 
 
Zur angegliederte Aussenanlage des buddhistischen Bulguksa-Tempels gehört die Seokguram-Grotte. Sie liegt auf dem Gipfel des Berges Tohan ca. 745 m über dem Meeresspiegel und erlaubt auf der östlichen Seite Sicht auf das Japanische Meer, welches in Korea auch Ostmeer genannt wird.  
 

Den Mittelpunkt des Heiligtums bildet der unter einem künstlichen Himmelsgewölbe auf einem Lotosthron sitzende Buddha.

Diese Statue ist etwa 3.5 m hoch und stellt Siddhartha Gautama im Lotossitz dar. Seine linke Hand liegt in seinem Schoss, seine rechte Hand liegt auf dem rechten Knie, die Finger zeigen nach unten.

In der Grotte gibt es diverse weitere Figuren, welche für den Besucher jedoch nicht erkennbar sind.

Gemäss dem Samguk Yusa, einer Sammlung von Legenden und Wundergeschichten aus den 'Drei Königreichen Koreas des 13. Jahrhunderts', welche vom hochrangigen Mönch Ilyeon in der letzten Periode der koreanischen Goryeo-Periode zusammengetragen wurde, wurde diese Grotte zur Ahnenverehrung der Vorfahren seines früheren Lebens von Premierminister Kim Dae-Seong erstellt.

Seokguram-Grotto Korea Buddha Heiligtum Siddharta

Eine ausführliche Beschreibung dieses wunderschönen buddhistischen Heiligtums finden Sie hier:


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