Die Festungsanlage Hwaseong in Suwon

 

In der Rekordzeit von nur zwei Jahren (1794-1796) wurde in Suwon in der Provinz Gyeonggi-do die Festungsanlage Hwaseong erstellt.

Gegen Ende der Joseon-Periode (1392-1910) wurde diese beeindruckende Anlage im Auftrag von König Jeongjo erstellt, um seinen Vater, Prinz Sado zu ehren, welcher von seinem Grossvater, König Yeongjo ermordet wurde. Prinz Sado soll
der Urheber einer Verschwörung bei Hofe gewesen zu sein.
 
Zu Strafe wurde er bei lebendigem Leibe in eine Reiskiste eingesperrt, in der er jämmerlich zugrunde ging. König Jeongjo konnte nach dem Tode seines debilen Grossvaters die Unschuld seines Vaters beweisen und errichtete ihm zu Ehren die Hwaseong Festung. Sein Plan, Suwon anstelle von Seoul zur Landeshauptstadt zu machen, scheiterte allerdings.

King_Jeongjo.jpg
König Jeongjo (1752–1800),
 22. Herrscher der Joseon-Dynastie

   

Gleichzeitig wurde jedoch der Versuch unternommen, etwa 100 km südlich von Seoul eine wirtschaftlich eigenständige Stadt zu erschaffen, welche auch militärisch potentiellen Angreifern Stand halten konnte.
 
Die Gesamtanlage der Festungsmauer hatte eine Länge von 5.5 km und besass eine Vielzahl militärischer Einrichtungen, die in keiner anderen Anlage dieser Art zu jener Zeit zu finden sind. Leicht erhöht thronen die guten geschützten Pavillons über der Stadt. Diese Aussicht erlaubte, jederzeit einen guten Überblick über die aktuelle Gefahrensituation zu erlangen.

Auf dem Festungswall sind eine Vielzahl von Zinnen angebracht. Diese erlaubten, potentielle Feinde zu beobachten, ohne dabei selbst gesehen zu werden. Schiessscharten, welche Schutz vor Pfeilen und Speeren boten, waren so konzipiert, dass sie auch zur Benutzung von Feuerwaffen taugten.
 
So wurden auf der gesamten Anlage 41 Tore, Aussichtstürme, Bastionen, Posten und andere Gebäude erstellt welche mit Bemalungen, Schnitzereien und kunstvollen Pagodendächern verziert sind.

Suwon_map
   
Der Zugang zu der Festung wurde durch die vier Haupttore, das Nordtor oder Janganmun, das Südtor Paldalmun, das Osttor Changnyongmun und das Westtor Hwaseomun kontrolliert.


Blick zum Janganmun, Nordtor


Westtor Hwaseomun
 


Blick auf das Haupttor des Janganmun


Dachkonstruktion Janganmun


Holzkonstruktion des Innenraums mit Treppe in den oberen Bereich.

Erbaut nach den Anweisungen von Yu Hyeong-Won (1622~1673) und Jeong Yak-Yong (1762~1836) galt diese Festungsanlage für die damalige Zeit als sehr fortschrittlich. Als Baumaterial wurde unter anderem Backsteine eingesetzt, was für die damalige Zeit aussergewöhnlich war.

Die kurze Bauzeit von zwei Jahren zum Bau der Anlage war nur möglich, weil ein neues Gerät (Geojunggi) von Jeong Yak-Yong entwickelt wurde, mit dessen Hilfe über Seilrollen und Hebel auch schwere Steine angehoben werden konnten.


(Geojunggi)

 
Während diese Festung zur Abschreckung von Feinden in der Joseon-Periode ihren Zweck sehr gut erfüllt, erlebte sie anschliessend viele bewegte Zeiten, die sie nicht ohne Schaden überstand. So wurde die Anlage während des Koreakrieges teilweise so stark beschädigt, dass man nach dem Koreakrieg gar nicht erst mit der Restaurierung begann. Erst im Jahre 1975 wurde eine Initiative zur Wiederherstellung der Festungsanlagen ins Leben gerufen und die Restaurierungsarbeiten 1979 abgeschlossen.

Obwohl zwischen dem Südtor (Paldalmun) und dem Osttor (Dongnamgangnu) noch 491m der Festungsmauer nicht restauriert sind wurde die Festung von der koreanischen Regierung im Januar 1963 als Tempelmonument Nr. 3 in die Liste der geschützten Kulturgüter aufgenommen. Im Dezember 1997 wurde die Anlage von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt.

Der Rundgang um die Anlage beginnt mit dem schweisstreibenden Aufstieg vom Paldalmun Tor. Hat man jedoch die Anhöhe erreicht, entschädigt der Ausblick auf die Anlage wie auch auf das Zentrum des modernen Suwon.



Über leichte Anhöhen kann die Anlage in etwa 3 Stunden zu Fuss besichtigt werden. Langweilig wird es dabei nie, wechseln sich doch Pavillons, Wachposten, Aufenthaltsräume und die vier grossen Tore ab.
 


Südtor (Paldalmun)

Trifft man dann noch plötzlich auf Wächter in der traditionellen Uniform der Joseon-Periode erlebt man eine Zeitreise zurück in das späte 18. Jahrhundert. Die Geräusche der Stadt verschwinden und die Schönheit der Anlage mit den vielen Bäumen und schattigen Plätzen ladet zum Verweilen ein.

Festungsmauer mit Kiefern

 

Hyowon Pavillon mit Gusseisenglocke


 

   
Das Osttor Changnyongmun  
 


Suwon bietet nebst der Festungsanlage einen herrlichen Palast in Laufdistanz zu besichtigen, den Hwaseong Haeng-Gung Palast. Wer den Besuch der Festungsanlage genossen hat sollte unbedingt das Haeng-gung anschliessend besuchen.

Ein letzter Blick zurück auf die Festungsanlage Hwaseong, wo ein lokaler Kleinmarkt am Fusse der Festungsmauer lokale Köstlichkeiten verkauft.
 


Der Bulguksa-Tempel beherbergt einige der wichtigsten Nationalschätze Koreas. Somit ist es nur richtig, dass diese wunderschöne Anlage in die Liste der Weltkulturgüter der UNESCO aufgenommen wurde. Diese Liste führt für Korea die folgenden Weltkulturgüter auf:


Liste des Weltkultur- und Naturerbes der Menschheit der UNESCO Koreas:

Haeinsa Temple Janggyeong Panjeon, the Depositories for the Tripitaka Koreana
• Jongmyo Shrine
Seokguram Grotte und Bulguksa Tempel
• Changdeokgung Palace Complex
Hwaseong Festungsanlage in Suwon
• Gochang, Hwasun and Ganghwa Dolmen Sites
Gyeongju Historic Areas
• Jeju Volcanic Island and Lava Tubes


Liste der koreanischen Nationalschätze:
 

Eine Liste der koreanischen Nationalschätze findet sich auf wikipedia. Diese Liste ist sehr umfangreich und listet jeweils alle definierten Nationalschätze auf.


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