Das Jahr des Hasen, die Jahres- und Zeiteinteilung in China,
Korea und Japan


Von China, welches einen prägenden Einfluss auf Korea und Japan ausgeübt hat, haben sowohl Japan wie auch Korea den Kalender nach dem chinesischen System übernommen.

Das chinesische Neujahr (Chinesisches Frühlingsfest) richtet sich nach dem traditionellen Bauernkalender und liegt zwischen dem 20. Januar und dem 21. Februar eines Jahres.

So beginnt es jeweils mit dem neuen Mond des ersten Monats des neuen Jahres. Obwohl in China, Korea und Japan inzwischen offiziell auch der gregorianische Kalender gilt, wird das Neujahrsfest immer noch nach dem Mondkalender und als traditionelles chinesisches Fest gefeiert.


Japanischer Holzschnitt (Ukiyo-e) von Shigemasa Kitao: Hasen fressen wilden Wein, um 1800


Am 3. Februar 2011 ist es nach dem chinesischen Kalender soweit: Es beginnt das Jahr des Hasen, welches bis zum 23. Januar 2012 dauert

Das alte Jahr des Tigers geht zu Ende, das Jahr des Hasen wird willkommen geheissen. Nach dem chinesischen Zeitrechnung beginnt das  Jahr 4708.

In China wird am 3. Februar 2011 das neue Jahr mit einem Meer aus roten Laternen begrüsst. Rote Umschläge mit sorgfältig gefalteten Geldscheinen werden in der Familie und mit guten Freunden ausgetauscht. Man wünscht sich ein 'gutes neues Jahr' mit den Hoffnungen verbunden, dass das Jahr des Hasen all seine guten Eigenschaften zum Tragen bringt.

Menschen, welche im Jahr des Hasen geboren sind, gelten als talentiert und ehrgeizig. Als gute Gesellschafter stehen sie oft im Mittelpunkt. Sie gelten jedoch eher als pessimistisch, unsicher und scheuen sich vor Veränderungen. Im Jahr des Hasen geborene Menschen sind sanftmütig, zurückhaltend und höflich. Jeder Art von Konfrontation gehen sie gern aus dem Weg. Jedoch, wenn Hasen eine Bedrohung für sich oder ihre Familie sehen, können sie auch einmal ihre Krallen ausfahren um ihr Revier zu verteidigen. Im Jahr des Hasen Geborene sind sehr anlehnungsbedürftig. Sie schätzen ein harmonisches Familienleben. Dabei sind sie treu und es gehört viel dazu, sie aus einer Partnerschaft zu verscheuchen. Wenn es um Geld geht, ist der Hase sparsam, aber nicht geizig.

Hasen geborene verlieren selten die Geduld und sind in der Regel sehr gutmütig. Als clevere Geschäftsleute sind sie eloquente Redner und treffen oft aus dem Bauch heraus die richtigen Entscheidungen. Trotzdem wissen Hasen genau, was sie wollen: Mit ihrer ruhigen aber bestimmten Art erreichen sie stets die Ziele, die sie sich gesetzt haben. Dabei arbeiten sie sich mit ihrem Ergeiz schnell in eine höhere Position und machen sich trotz ihrem Erfolg mit ihrer charmanten Art viele Freunde.

Hasen haben eine ausgeprägte künstlerische Ader und geniessen deshalb meistens ein schönes Zuhause. Sie passen zu Menschen, die im Jahr der Ziege, des Schweins oder des Hundes geboren sind.

Chinesische Jahreseinteilung

Die chinesische Jahreseinteilung wird nach den 5 Elementen vorgenommen. Für das Jahr des Hasen sind dies:

Element

Jahre

Feuer 1867 1927 1987 2047
Erde 1879 1939 1999 2059
Metall 1891 1951 2011 2071
Wasser 1903 1963 2023 2083
Holz 1915 1975 2035 2095

Somit entspricht nach der chinesischen Jahreseinteilung das Jahr des Hasen dem Element Metall.

In der chinesischen Philosophie geht es unter anderem um die Harmonie von Himmel, Erde und Mensch, die drei Komponenten des Alls machen die Ordnung (Dao/Tao) der Welt aus. 

Fünf Elemente

Die fünf Elemente, Holz, Feuer, Metall, Wasser und Erde werden als Kraft verstanden im Sinn einer Entwicklung, die in den folgenden fünf Phasen verläuft. Sie finden ihre Bedeutung  in den verschiedenen Zuständen des Wandels von Himmel, Erde und Mensch.

  1. Holz: gestalten, z. B. den Tagesablauf, mit Würde, Beständigkeit, Frieden
  2. Feuer: entzünden, z. B. ein Vorhaben anpacken, verwirklichen, mit Schwung, Energie, Dynamik, kampf- und streitbereit
  3. Erde: festigen, z. B. Stabilität und Gleichgewicht herstellen, mit Sorgfalt, Genauigkeit, Beharrlichkeit, Beständigkeit
  4. Metall: gestalten, z. B. begrenzt risikobereit, aufrichtig, gerecht, sachlich, abendliche Energie, Rückschau, Ernte
  5. Wasser: auflösen, z. B. das Ende eines Zyklus und die Aussicht auf Neues, Vorsicht, Fruchtbarkeit, mit Bedacht arbeiten, Hang zum Träumen

 

Ist es nicht paradox,
wenn man nur an das glaubt,
was man weiss? 

Ratte.gif (606 Byte)
Ratte

1900
1912
1924
1936
1948
1960
1972
1984
1996
2008
2020
2032
2044
2056
2068
2080
2092

Büffel

1901
1913
1925
1937
1949
1961
1973
1985
1997
2009
2021
2033
2045
2057
2069
2081
2093

Tiger

1902
1914
1926
1938
1950
1962
1974
1986
1998
2010
2022
2034
2046
2058
2070
2082
2094

Hase

1903
1915
1927
1939
1951
1963
1975
1987
1999
2011
2023
2035
2047
2059
2071
2083
2095

Drache

1904
1916
1928
1940
1952
1964
1976
1988
2000
2012
2024
2036
2048
2060
2072
2084
2096

Schlange

1905
1917
1929
1941
1953
1965
1977
1989
2001
2013
2025
2037
2049
2061
2073
2085
2097

Pferd

1906
1918
1930
1942
1954
1966
1978
1990
2002
2014
2026
2038
2050
2062
2074
2086
2098

Ziege

1907
1919
1931
1943
1955
1967
1979
1991
2003
2015
2027
2039
2051
2063
2075
2087
2099

Affe

1908
1920
1932
1944
1956
1968
1980
1992
2004
2016
2028
2040
2052
2064
2076
2088
2100

Hahn

1909
1921
1933
1945
1957
1969
1981
1993
2005
2017
2029
2041
2053
2065
2077
2089
2101

Hund

1910
1922
1934
1946
1958
1970
1982
1994
2006
2018
2030
2042
2054
2066
2078
2090
2102

Schwein

1911
1923
1935
1947
1959
1971
1983
1995
2007
2019
2031
2043
2055
2067
2079
2091
...

 

 
Das Jahr des Hasen in Japan

"Akemashite omedeto gozaimasu 明けましておめでとうございます(ein glückliches neues Jahr)" wünscht man sich in Japan zum Jahresanfang.

Das Jahr der 'Hasen' beginnt in Japan am 1. Januar und wird gemäss langer Tradition für den Besuch eines Schreins reserviert. Dieses 'erstes Aufsuchen der Götter' nennt man hatsu môde. Unabhängig davon, ob sie überzeugte Shintoisten, Buddhisten oder Christen sind, befolgen die meisten Japaner diesen Brauch.
 

Ema-Täfelchen, auf den die Gläubigen allerhand Wünsche aufzeichnen können, werden in den meisten buddhistischen Tempeln und shintoistischen Schreinen verkauft. Oft gibt es vor Ort ein Gestell, um die beschrifteten ema aufzuhängen.

Einige Tempel und Schreine besitzen noch die traditionellen Hallen für grosse, oft sehr prächtigen Votivbilder, eine Praxis, die offenbar in der Edo-Zeit weit verbreitet war.

'Ema' werden auf der Rückseite mit konkreten Wünschen seitens der Gläubigen versehen. Der Begriff ema ("Pferdebild") leitet sich wahrscheinlich von der alten Praxis her, Götter mit Pferden zu beschenken. Nach dieser Auffassung spiegelt sich darin die Vorstellung, das Pferd als Transporttier möge die entsprechenden Wünsche verlässlich der Gottheit überbringen.

Hamaya,  weiss gefiederte Pfeile, die man sich nach Hause mitnimmt, sind Waffen gegen böse Geister. An diesen Pfeilen sind Holzplaketten angebracht, welche jeweils das aktuelle Jahr darstellen. Auf kleine Holzplatten (ema) werden die Wünsche aufgeschrieben und und beim Schreine an einem speziellen Platz aufgehängt. Bei den Neujahrsfeiern in Japan werden diese Mitbringsel beim Tempelbesuch erstanden.


Die koreanische Jahres- und Zeiteinteilung
 
Dem asiatischen Kalender und der koreanischen Zeiteinteilung haftet etwas Mythisches an, da die Zeiteinteilung mit Tiersymbolen umschrieben werden, was für die meisten Menschen ein Rätsel ist
 
Die koreanische Jahres- und Zeiteinteilung basiert auf einem System, das Kanji genannt wird. Es ist die Abkürzung von Ch'onkan und Jiji. Ch'onkan umfasst 10 und Jiji umfasst 12 Zeichen, die der Reihe nach miteinander kombiniert werden.
 
Dieses System erlaubt Kombinationen, welche symbolisiert ein Jahr darstellen. Werden alle Zeichen einmal miteinander kombiniert erhält man einen Jahreszyklus von 60 Jahren. Schon in alten Zeiten verwendete man in China diese Zeiteinteilung, um Glück und Unglück im alltäglichen Leben vorhersagen zu können. Dieses Wissen gehört zu den Grundkenntnissen der asiatischen Wahrsager.

In Korea wurde dieses System eingeführt als das Königreich Shilla die koreanische Halbinsel vereinte und ist seitdem ein wichtiger Bestandteil im Leben der Koreaner. Die verschiedenen Zeichen basieren auf chinesischen Schriftzeichen.

 
Diese Zeichen werden nun der Reihe nach kombiniert, angefangen mit Kap-Ja, Uel-Ch'uk und so fort. Nach 60 Mal gelangt man wieder an den Anfang Kap-Ja. Auf diese Weise entsteht der 60 Jahres-Zyklus. Deshalb ist der 60. Geburtstag für die Koreaner einer der wichtigsten Feiertage seines Lebens.

Den Zeichen Ch'onkan werden die fünf Farben blau, rot, gelb, weiss und schwarz zugeordnet, während den einzelnen Jiji-Zeichen die Tiere Ratte, Ochse (Büffel), Tiger, Hase, Drache, Schlange, Pferd, Schaf, Affe, Huhn, Hund und Schwein zugeordnet werden. Auch die Zeiten werden nach den Jiji-Zeichen unterteilt. Da es 24 Stunden, aber nur 12 Zeichen gibt, gilt ein Zeichen jeweils für zwei Stunden. Dieses Zwei-Stundenintervall wechselt jeweils zwischen Yin und Yang, also weiblich und männlich und lässt sich wie folgt tabellarisch darstellen:
  

Ch'onkan (10 Zeichen)

Jiji (12 Zeichen)

Kap (blau)

Ja (Ratte, 23:00-0:59 Uhr, Yang)

Uel (blau)

Ch'uk (Ochse, 1:00-2:59 Uhr, Yin)

Byeong (rot)

In (Tiger, 3:00-4:59 Uhr, Yang)

Jeong (rot)

Myo (Hase, 5:00-6:59 Uhr, Yin)

Mu (gelb)

Jin (Drache, 7:00-8:59 Uhr, Yang)

Ki (gelb)

Sa (Schlange, 9:00-10:59 Uhr, Yin)

Kyeong (weiss)

Oh (Pferd, 11:00-12:59 Uhr, Yang)

Shin (weiss)

Mi (Schaf, 13:00-14:59 Uhr, Yin)

Im (schwarz)

Shin (Affe, 15:00-16:59 Uhr, Yang)

Kye (schwarz)

Yu (Huhn, 17:00-18:59 Uhr, Yin)

Sul (Hund, 19:00-20:59 Uhr, Yang)

Hae (Schwein, 21:00-22:59 Uhr, Yin)

 
Die zwölf Tiere werden in einem regelmässigem Turnus je ein Jahr zugewiesen. Deshalb ist auch vom "Jahr des Tigers" vom "Jahr des Huhns" die Rede. Die Farben ergeben sich aus den Ch'onkan, so dass zum Beispiel die Kombination Mu-Jin, einen "Gelben Drachen" ergibt. Ein Kind, das 2000 um 22:15 zur Welt kam, ist also im Jahr des Weissen Drachens zur Stunde des Schweins geboren und steht unter dem Einfluss des Yin. Der Tierkreis selbst wird durch die Ratte eröffnet. In Ostasien hat die Ratte ein positives Image und gilt als klug, mutig, vorsorgend geschickt und ausdauernd.
 
Die Legende sagt, dass Buddha die Tiere der Welt zu sich gerufen habe. Da nur 12 Tiere seinem Ruf folgten war der Erleuchtete sehr enttäuscht und versprach den Anwesenden, dass jedem Tier ein Jahr zugesprochen wird, das vom Wesen des jeweiligen Tieres geprägt ist. Die Reihenfolge der Tiere entspricht der Reihenfolge, in der sie bei Buddha eintrafen. Zuerst trottete der Ochse herbei, der eine Ratte auf seinem Rücken trug. Kurz vor dem Ziel sprang die Ratte über des Ochsen Kopf und eilte voraus, so dass sie als erste bei Buddha eintraf. Somit eröffnet sie den Tierkreis, gefolgt von dem Ochsen, der sich mit dem zweiten Platz begnügen muss.

Gemäss einer anderen Legende soll der Himmelskönig einen Wettstreit unter den sich ständig streitenden Tieren angeordnet haben, um eine Rangordnung festzulegen. Das Ergebnis entspricht der Reihenfolge des Tierkreises.
 



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