Im Jahre des Pferdes, die Jahres- und Zeiteinteilung in China, Korea und Japan

 

Von China, welches einen prägenden Einfluss auf Korea und Japan ausgeübt hat, haben sowohl Japan wie auch Korea den Kalender nach dem chinesischen System übernommen.

Das chinesische Neujahr (Chinesisches Frühlingsfest) richtet sich nach dem traditionellen Bauernkalender und liegt zwischen dem 20. Januar und dem 21. Februar eines Jahres.

So beginnt es jeweils mit dem neuen Mond des ersten Monats des neuen Jahres. Obwohl in China, Korea und Japan inzwischen offiziell auch der gregorianische Kalender gilt, wird das Neujahrsfest immer noch nach dem Mondkalender und als traditionelles chinesisches Fest gefeiert.

Briefmarke China

Briefmarken, China,
zum Jahr des Pferd


Chinesische Jahreseinteilung

Die chinesische Jahreseinteilung wird nach den 5 Elementen vorgenommen. Für das Jahr des Pferdes sind dies die folgenden Elemente und Jahre:

Element

Jahre

Feuer 1906 1966 2026 2086
Erde 1918 1978 2038 2098
Metall 1870 1930 1990 2050
Wasser 1882 1942 2002 2062
Holz 1894 1954 2014 2074

Somit entspricht nach der chinesischen Jahreseinteilung das Jahr des Pferdes dem Element Holz.

In der chinesischen Philosophie geht es unter anderem um die Harmonie von Himmel, Erde und Mensch, die drei Komponenten des Alls machen die Ordnung (Dao/Tao) der Welt aus. 

Fünf Elemente

Die fünf Elemente, Holz, Feuer, Metall, Wasser und Erde werden als Kraft verstanden im Sinn einer Entwicklung, die in den folgenden fünf Phasen verläuft. Sie finden ihre Bedeutung  in den verschiedenen Zuständen des Wandels von Himmel, Erde und Mensch.

  1. Holz: gestalten, z. B. den Tagesablauf, mit Würde, Beständigkeit, Frieden
  2. Feuer: entzünden, z. B. ein Vorhaben anpacken, verwirklichen, mit Schwung, Energie, Dynamik, kampf- und streitbereit
  3. Erde: festigen, z. B. Stabilität und Gleichgewicht herstellen, mit Sorgfalt, Genauigkeit, Beharrlichkeit, Beständigkeit
  4. Metall: gestalten, z. B. begrenzt risikobereit, aufrichtig, gerecht, sachlich, abendliche Energie, Rückschau, Ernte
  5. Wasser: auflösen, z. B. das Ende eines Zyklus und die Aussicht auf Neues, Vorsicht, Fruchtbarkeit, mit Bedacht arbeiten, Hang zum Träumen

 

Ist es nicht paradox,
wenn man nur an das glaubt,
was man weiss? 

Ratte.gif (606 Byte)
Ratte

1900
1912
1924
1936
1948
1960
1972
1984
1996
2008
2020
2032
2044
2056
2068
2080
2092

Büffel

1901
1913
1925
1937
1949
1961
1973
1985
1997
2009
2021
2033
2045
2057
2069
2081
2093

Tiger

1902
1914
1926
1938
1950
1962
1974
1986
1998
2010
2022
2034
2046
2058
2070
2082
2094

Hase

1903
1915
1927
1939
1951
1963
1975
1987
1999
2011
2023
2035
2047
2059
2071
2083
2095

Drache

1904
1916
1928
1940
1952
1964
1976
1988
2000
2012
2024
2036
2048
2060
2072
2084
2096

Schlange

1905
1917
1929
1941
1953
1965
1977
1989
2001
2013
2025
2037
2049
2061
2073
2085
2097

Pferd

1906
1918
1930
1942
1954
1966
1978
1990
2002
2014
2026
2038
2050
2062
2074
2086
2098

Ziege

1907
1919
1931
1943
1955
1967
1979
1991
2003
2015
2027
2039
2051
2063
2075
2087
2099

Affe

1908
1920
1932
1944
1956
1968
1980
1992
2004
2016
2028
2040
2052
2064
2076
2088
2100

Hahn

1909
1921
1933
1945
1957
1969
1981
1993
2005
2017
2029
2041
2053
2065
2077
2089
2101

Hund

1910
1922
1934
1946
1958
1970
1982
1994
2006
2018
2030
2042
2054
2066
2078
2090
2102

Schwein

1911
1923
1935
1947
1959
1971
1983
1995
2007
2019
2031
2043
2055
2067
2079
2091
...


 

Das Jahr des Pferdes in Japan
 
"Akemashite omedeto gozaimasu 明けましておめでとうございます(ein glückliches neues Jahr)" wünscht man sich in Japan zum Jahresanfang.

Das Jahr des Pferdes beginnt in Japan am 1. Januar und wird gemäss langer Tradition für den Besuch eines Schreins reserviert. Dieses 'erstes Aufsuchen der Götter' nennt man hatsu môde. Unabhängig davon, ob sie überzeugte Shintoisten, Buddhisten oder Christen sind, befolgen die meisten Japaner diesen Brauch.

 

Ema Holztafel Jahr des Pferd Japan
 
Ema-Täfelchen, auf den die Gläubigen allerhand Wünsche aufzeichnen können, werden in den meisten buddhistischen Tempeln und shintoistischen Schreinen verkauft. Oft gibt es vor Ort ein Gestell, um die beschrifteten ema aufzuhängen.

Einige Tempel und Schreine besitzen noch die traditionellen Hallen für grosse, oft sehr prächtigen Votivbilder, eine Praxis, die offenbar in der Edo-Zeit weit verbreitet war.
'Ema' werden auf der Rückseite mit konkreten Wünschen seitens der Gläubigen versehen. Der Begriff ema ("Pferdebild") leitet sich wahrscheinlich von der alten Praxis her, Götter mit Pferden zu beschenken. Nach dieser Auffassung spiegelt sich darin die Vorstellung, das Pferd als Transporttier möge die entsprechenden Wünsche verlässlich der Gottheit überbringen.
 
Hamaya Pfeile gegen böse Geister in Jjapan Hamaya, weiss gefiederte Pfeile, die man sich nach Hause mitnimmt, sind Waffen gegen böse Geister. An diesen Pfeilen sind Holzplaketten angebracht, welche jeweils das aktuelle Jahr darstellen.

Auf kleine Holzplatten (ema) werden die Wünsche aufgeschrieben und und beim Schrein an einem speziellen Platz aufgehängt. Bei den Neujahrsfeiern in Japan werden diese Mitbringsel beim Tempelbesuch erstanden.
 
 

Das ungeduldige, ungestüme und freiheitsliebende Pferd
 
Ungeduldig, ungestüm und freiheitsliebend, Geduld ist definitiv nicht der Pferde Stärke. Nach oben und nach vorne ist das Kredo, da wird nicht nach rechts und nach links geschaut.

Redebewandt stehen Pferde den schönen Künsten aufgeschlossen und vielseitig begabt gegenüber und so erstaunt es nicht, das Pferde oft im Parlament anzutreffen sind. Lärmende Strassenverkäufer sind genauso anzutreffen wie freischaffende Künstler, Forscher oder Raumfahrer.

Pferde-Frauen wissen sich mit weiblicher Schläue in Szene zu setzen und helfen mit Puder und Schminke nach, wo die Natur versagt hat. Man trifft sich bei Partys, Empfänge und Gala-Diners und weiss sich in Szene zu setzen. Da fühlen sich Pferde wohl, denn Stubenhocken ist nicht ihr Ding. Selbstbewusst, abenteuer- und reiselustig liegt das Pferd das Neue und Unbekannte.

In der Liebe gehen Pferde aufs Ganze, da werden keine Kompromisse gemacht. Und so erstaunt es nicht, dass in der Ehe Pferde stets der dominierende Teil sind.

Sich mit Pferden anzulegen ist gefährlich, ihr Wortschatz ist reich und kann verletzen. Sie lassen sich nicht anbinden oder einschränken, erhalten sie Auslauf und Freiheit werden sie das dankbar quittieren mit guter Freundschaft und Anhänglichkeit.



Die koreanische Jahres- und Zeiteinteilung

Dem asiatischen Kalender und der koreanischen Zeiteinteilung haftet etwas Mythisches an. Da ist vom Jahr des weissen Pferdes die Rede oder vom Jahr des Schweins. Das Jahr 2014 ist das Jahr des Pferdes. Auf welcher Grundlage diese Jahres- und Zeiteinteilung erfolgt, ist für die meisten Menschen ein Rätsel, das an dieser Stelle ein wenig gelüftet werden soll.
 
Die koreanische Jahres- und Zeiteinteilung basiert auf einem System, das Kanji genannt wird. Es ist die Abkürzung von Ch'onkan und Jiji. Ch'onkan umfasst 10 und Jiji umfasst 12 Zeichen, die der Reihe nach miteinander kombiniert werden.
 

Jede dieser Kombinationen symbolisiert ein Jahr und wenn alle Zeichen einmal miteinander kombiniert wurden, erhält man einen Jahreszyklus von 60 Jahren. Schon in alten Zeiten verwendete man in China diese Zeiteinteilung, um Glück und Unglück im alltäglichen Leben vorhersagen zu können. Eine genaue Kenntnis dieser Zeiteinteilung und deren Auswirkungen auf den Alltag gehört zu den Grundkenntnissen der asiatischen Wahrsager.

In Korea wurde das System Kanji zu der Zeit eingeführt als das Königreich Shilla (57-935) die koreanische Halbinsel vereinte (ab 668). Seitdem ist Kanji ein wichtiger Bestandteil im Leben der Koreaner. Die verschiedenen Zeichen basieren auf chinesischen Schriftzeichen. Der Einfachheit halber sind sie in diesem Text nach der jeweiligen koreanischen Aussprache transkribiert.

 

 
Diese Zeichen werden nun der Reihe nach kombiniert, angefangen mit Kap-Ja, Uel-Ch'uk und so fort. Nach 60 Mal gelangt man wieder an den Anfang Kap-Ja. Auf diese Weise entsteht der 60 Jahres-Zyklus. Deshalb ist der 60. Geburtstag für einen Asiaten einer der wichtigsten Feiertage seines Lebens.

Den Zeichen Ch'onkan werden die fünf Farben blau, rot, gelb, weiss und schwarz zugeordnet, während den einzelnen Jiji-Zeichen die Tiere Ratte, Ochse (Büffel), Tiger, Hase, Drache, Schlange, Pferd, Schaf, Affe, Huhn, Hund und Schwein zugeordnet werden. Auch die Zeiten werden nach den Jiji-Zeichen unterteilt. Da es 24 Stunden, aber nur 12 Zeichen gibt, gilt ein Zeichen jeweils für zwei Stunden. Dieses Zwei-Stundenintervall wechselt jeweils zwischen Yin und Yang, also weiblich und männlich und lässt sich wie folgt tabellarisch darstellen:

  

Ch'onkan (10 Zeichen)

Jiji (12 Zeichen)

Kap (blau)

Ja (Ratte, 23:00-0:59 Uhr, Yang)

Uel (blau)

Ch'uk (Ochse, 1:00-2:59 Uhr, Yin)

Byeong (rot)

In (Tiger, 3:00-4:59 Uhr, Yang)

Jeong (rot)

Myo (Hase, 5:00-6:59 Uhr, Yin)

Mu (gelb)

Jin (Drache, 7:00-8:59 Uhr, Yang)

Ki (gelb)

Sa (Schlange, 9:00-10:59 Uhr, Yin)

Kyeong (weiss)

Oh (Pferd, 11:00-12:59 Uhr, Yang)

Shin (weiss)

Mi (Schaf, 13:00-14:59 Uhr, Yin)

Im (schwarz)

Shin (Affe, 15:00-16:59 Uhr, Yang)

Kye (schwarz)

Yu (Huhn, 17:00-18:59 Uhr, Yin)

 

Sul (Hund, 19:00-20:59 Uhr, Yang)

 

Hae (Schwein, 21:00-22:59 Uhr, Yin)


Die zwölf Tiere regieren in einem regelmässigem Turnus je ein Jahr. Deshalb ist auch vom "Jahr des Affen" vom "Jahr des Drachen" die Rede. Die Farben ergeben sich aus den Ch'onkan, so dass zum Beispiel die Kombination Mu-Jin, einen "Gelben Drachen" ergibt. Ein Kind, das 2000 um 22:15 zur Welt kam, ist also im Jahr des Weissen Drachens zur Stunde des Schweins geboren und steht unter dem Einfluss des Yin. Der Tierkreis selbst wird durch die Ratte eröffnet - für Europäer häufig unverständlich, da die Ratte für sie ein unsympathisches Tier ist. In Ostasien hat die Ratte aber ein positives Image. Sie gilt als klug, mutig, vorsorgend geschickt und ausdauernd, daher wird sie als erstes der zwölf Tiere des asiatischen Tierkreises genannt.

 
Einer Legende nach soll Buddha die Tiere der Welt zu sich gerufen haben. Nur 12 Tiere folgten seinem Ruf, worüber der Erleuchtete sehr enttäuscht war. Als Dank für diejenigen, die ihm ihre Verehrung bekundeten, wurde jedem Tier ein Jahr zugesprochen, das vom Wesen des jeweiligen Tieres geprägt ist. Die Reihenfolge der Tiere entspricht der Reihenfolge, in der sie bei Buddha eintrafen. Zuerst trottete der Ochse herbei, der die Ratte auf seinem Rücken trug. Er hatte sie aus Gutmütigkeit mitgenommen. Kurz vor dem Ziel sprang sie über seinen Kopf und eilte voraus, so dass sie als erste bei dem Erleuchteten eintraf. Seitdem eröffnet sie den Tierkreis, während der Ochse sich mit dem zweiten Platz begnügen muss. Es gibt noch eine andere Erklärung für die Reihenfolge im Tierkreis.

Demnach soll der Himmelkönig einen Wettstreit unter den sich ständig streitenden Tieren angeordnet haben, um eine Rangordnung festzulegen. Das Ergebnis entspricht der Reihenfolge des Tierkreises.
 


 


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