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Utamaro Kitagawa

Utamaro Kitagawa

Utamaro Kitagawa

Kitagawa UTAMARO, der Ukiyo-e Meister des 18. Jahrhunderts
 
Von wem ist hier die Rede? Der ursprüngliche Name von Utamaro ist Ichitaro Kitagawa. Seine frühesten bekannten Arbeiten sind Schauspieler Portraits und Theaterprogramme die er unter dem Namen Utagawa Toyoaki veröffentlicht. Im Jahre 1781/82 änderte er seinen Namen zu Kitagawa Utamaro. Utamaro hat von 1753 -1806 gelebt, seine künstlerische Tätigkeit fällt in den Zeitraum von 1775 -1806.

 Nach dem Tode des Vaters zog Utamaro aus der Provinz Musashi nach Edo, dem heutigen Tokyo, wo er 1775 als Schüler in die Werkstatt des Malers Toriyama Sekien eintrat. Nach einer 7 jährigen Ausbildung verliess er Sekien im Jahre 1782. Der bedeutende Verleger Tsutaya Juzaburo erkannte seine geniale Begabung und nahm ihn 1780 in sein Haus am Eingang des Yoshiwara-Viertels auf, das zum Treffpunkt von Künstlern und Dichtern wurde. Utamaro hatte bereits seit 1782 in fester Anstellung für Juzaburo gearbeitet.
 Die schönen Frauen im Leben von Utamaro


Kein anderer Meister des Ukiyo-e hat sich so konsequent und mit solchem Erfolg der Darstellung schöner Frauen gewidmet wie Utamaro. Dank seinen herausragenden Porträts berühmter Kurtisanen und Kokotten des Yoshiwara-Viertels wurden diese Damen unsterblich. Diese Blätter zeigen einen anmutigen, extrem schlanken und eleganten Frauentyp mit herab fallenden Gewändern die auch die innere Schönheit der Modelle zum Ausdruck bringen sollten. Im Jahr 1793 erwarb sich Kitagawa Utamaro Ruhm und breite Anerkennung mit einer neuen Serie an Grafiken mit schönen Frauen. Diese Bilder waren so erfolgreich, dass sie schon zu seinen Lebzeiten bis nach China und auf geheimen Wegen nach Europa exportiert wurden.

Experimente mit neuen Techniken erlaubten Utamaro den Hautton seiner Frauenportraits weicher und anders erscheinen zu lassen. Ebenfalls veränderte er die Physiognomie seiner Models. Seine Frauengestalten haben lange Hälse und schmale Schultern. Er stellt sie als  idealisierte Wesen mit extrem langen und schlanken Körpern dar, wobei die Köpfe zweimal länger als breit sind. Ausgeprägte lange Nasen dominieren während die Augen und der Mund als kleine Schlitze dargestellt werden.

Vielleicht ist das der Schlüssel für die Erklärung warum Utamaros Bijin Grafiken so erfolgreich waren und er in den neunziger Jahren mit seinen Bijin-ga souverän das Feld der Ukiyo-e-Künstler beherrschte. Doch bevor wir uns in diesem Bericht wieder der Seide zuwenden ist noch auf eine Gegebenheit hinzuweisen, welches dem Leben von Utamaro eine Wendung gegeben hat.

Die Verhaftung

Zwei Jahre vor seinem Tode kam Utamaro 1804 in ernsthafte Schwierigkeiten mit den Behörden. Er hatte einen Farbholzschnitt als Triptychon mit historischen Motiven, in dem man eine Satire auf das Leben am Hof des Shoguns zu entdecken glaubte,  herausgegeben. Darauf wurde der Herrscher Toyotomi Hideyoshi mit seiner Frau und fünf Konkubinen gezeigt. Dies wurde als Beleidigung des Shogunats der herrschenden Tokugawa Familie angesehen. Die Zensurvorschriften werteten dies als Verstoss und stellten ihn vor Gericht.  

 In der Folge wurde Utamaro für kurze Zeit eingesperrt und man zwang ihn zu Hausarrest und für 50 Tage Handschellen zu tragen. So hart das Urteil heute erscheinen mag, ist es für die damalige Zeit als leichtes Urteil zu werten, war doch während der Tokugawazeit eine Verurteilung in der Regel zwangsläufig gleichbedeutend mit einem Todesurteil.

 Nach anderen Quellen wurde er gezwungen eine eiserne Halskrause zu tragen. Diese Erniedrigung hatte auf Utamaro, der ein gefeierter Star und anerkannter Künstler war,  einen verheerenden Einfluss. Er verfiel in Depressionen und starb 2 Jahre später im Alter von nur 53 Jahren 1806 in Edo.

Utamaros Hinterlassenschaft

Man nimmt an, dass Utamaro mehr als 2000 Grafiken, Bilder, Surimono und Buchillustrationen - darunter Shunga Bücher (Bilder mit erotischen Szenen) geschaffen hat. Bevorzugte Objekte waren Frauen im Alltag, beim Schminken, Baden oder Frisieren, beim Spaziergang im Garten, Mütter mit Kindern und ihre Spiele. Kurtisanen der Freudenviertel und Liebespaare waren seine bevorzugten Motive. Er gestaltete viele Alben mit hervorragenden naturkundlichen Darstellungen von Insekten, Muscheln, Pflanzen, Vögeln und Landschaften.

Genreszenen sowie zahlreiche erotische Bücher und Einzeldrucke sowie sein berühmtes Kopfkissenbuch 'Ehon Utamakura', bereits 1788 erschienen, welches als das vollkommenste und raffinierteste erotische Kunstwerk Japans gilt, haben zu seinem Ruhm beigetragen. Neben Hokusai gehörte Utamaro zu den ersten japanischen Künstlern, die auch in Europa bekannt wurden. Dabei war Toulouse-Lautrec einer seiner Bewunderer und liess sich von ihm inspirieren.

Nach seinem Tode heiratete sein Schüler Koikawa Shuncho die Witwe Utamaros und nahm danach den Namen des Meisters an. Er schuf bis zum Jahr 1820 Portraits und Grafiken von schönen Frauen im Stil seines verstorbenen Meisters. Ärgerlich ist nur, dass er die gleiche Signatur wie der Meister benutzte, was die Identifikation der Arbeiten Utamaros erschwert.

Frauen bei der Arbeit in der Seidenraupenzucht

Nachdem nun Utamaro das Zeitliche gesegnet hatte, blicken wir nun auf eines seiner weniger bekannten Werke: der zwölfteilige Polyptychon, welcher die Herstellung der Seide dokumentiert. Der Originaltitel im Japanischen lautet ‚ Joshoku kaiko tewaza kusa’, wurde ins Englische übersetzt als ‘Women engaged in the sericulture industry‘ und geistert in Deutsch unter dem Titel ‚Frauen bei der Arbeit in der Seidenraupenzucht‘ durch die Literatur. Die Bilder sind im Format 'oban tate-e‘  erstellt worden, was in etwa den Massen 25 x 38cm pro Bild entspricht.

Die Farbgebung dieser Drucke ist insofern speziell, da vorherrschend  gedämpfte Farben verwendet und auf Rot und Rosa weitgehend verzichtet wurde. Die Quelle Utamaros ist nicht bekannt, man geht jedoch davon aus, dass Utamaros Werk wahrscheinlich auf illustrierten Büchern basiert, welche uns heute nicht mehr bekannt sind.


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Utamaro Kitagawa, Frauen bei der Arbeit in der Seidenraupenzucht

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Utamaro Kitagawa, Frauen bei der Arbeit in der Seidenraupenzucht

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Utamaro Kitagawa, Bild Nr. 01: Seidenraupeneier abstreifen

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Utamaro Kitagawa, Bild Nr. 02: Sammeln von Maulbeerblätter

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Utamaro Kitagawa, Bild Nr. 03: Fütterung der Seidenraupen

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Utamaro Kitagawa, Bild Nr. 04: Rühren der Seidenraupen

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Utamaro Kitagawa, Bild Nr. 05: Das grosse Erwachen der Seidenraupen

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Utamaro Kitagawa, Bild Nr. 06: Das Kokon Stadium

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Utamaro Kitagawa, Bild Nr. 07: Die Entstehung der Motten

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Utamaro Kitagawa, Bild Nr. 08: Mottenflug

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