Die traditionelle koreanische Hochzeit 
 
Eine moderne, normale Hochzeit, die in einer der modernen Hochzeitsräumen stattfindet, dauert nicht länger als 20 bis 30 Minuten und lässt viele Wünsche offen. Daher entscheiden sich viele junge Paare heutzutage wieder für eine traditionelle Hochzeit. Der Ablauf mag zwar kompliziert sein, aber bei der Zeremonie lässt man sich Zeit und die Hochzeit scheint dadurch an Bedeutung zu gewinnen. Auch bei der zunehmenden Zahl von internationalen Ehepartner scheinen diese ein besonderes Interesse an der traditionellen Zeremonie zu haben.

Wie es üblich ist, posierten Braut und Bräutigam in kompletter Hochzeitsrobe vor der Zeremonie im Garten.

Natürlich sieht die Braut wunderhübsch aus in der traditionellen koreanischen Kleidung, dem Hanbok, welche in den traditionellen Beistellmöbeln aufbewahrt wurden. Doch noch mehr erstaunt, welch guten Eindruck der Bräutigam in der entsprechenden Robe macht. Nach den Fotositzung begeben sich beide in den Hochzeitssaal. Es spielt keine grosse Rolle, wie gut man über den Ablauf der Zeremonie Bescheid weiss, ein Zeremonienmeister sorgt dafür, dass diese reibungslos vonstatten geht.

Traditionellerweise folgt eine Heirat den folgenden fünf Abschnitten:
  • die Wünsche des betreffenden Paares werden bekräftigt,
  • die Familie der Braut legt den Hochzeitstermin fest und informiert die Familie des Bräutigams,
  • der Bräutigam sendet eine Hochzeitstruhe (Ham) mit Geschenken an seine Braut,
  • der Bräutigam geht ins Haus der Braut, wo die Hochzeitszeremonie stattfindet,
  • die Braut geht zum Haus des Bräutigams, um den Schwiegereltern ihren Respekt zu erweisen.

 
Heutzutage findet die Zeremonie in einem Hochzeitssaal statt, in früheren Zeiten wurde sie jedoch im Garten der Brauteltern abgehalten. Für die Abhaltung traditioneller Zeremonien wählt man heute auch manchmal den Garten eines traditionellen Hauses oder einen Park, dort stellt man ein Sonnendach auf und legt Strohmatten und einen seidenen Läufer aus.

RJ023 Hochzeitsente

Gänse und Hochzeitsenten (Kireogi)

Ein Freund des Bräutigams führt den Hochzeitszug an und hält zwei hölzerne Enten in der Hand. Daher bezeichnet man ihn auch als den "Vater der Enten". Dann kommt der Bräutigam, von der Rückseite des Gartens her, an seiner Seite jeweils ein Kind.

Der Zeremonienmeister weist den Bräutigam an, eine Minute still zu stehen, dann soll er vorsichtig auf dem seidenen Läufer bis vor den Raum gehen, in dem die Braut mit ihrer Mutter wartet. Dort überreicht der "Vater der Enten" die Enten dem Bräutigam. Dann verbeugt sich der Bräutigam vor der Brautmutter und überreicht ihr die Enten. Diese sind ein Symbol der ehelichen Treue, da die Enten bekannt dafür sind, ein Leben lang mit einem Partner zu leben.
  
Hochzeitsenten sind auch in der westlichen Welt gerne gesehene Hochzeitsgeschenke,  nicht nur weil sie schön anzuschauen sind, sondern gerade wegen der grossen Symbolik, die man mit ihnen verbindet.

Wenn die Brautmutter die Enten mit ins Haus nimmt, geht der Bräutigam zu der Stelle, an der die Hochzeit stattfindet, und stellt sich auf die östliche Seite des Tisches. Die Braut kommt nun heraus und stellt sich auf die westliche Seite. Wenn der Zeremonienmeister den Brautleuten befiehlt, sich einander gegenüber zu verbeugen, waschen diese zunächst ihre Hände in Schüsseln, die speziell für diesen Anlass vorbereitet wurden, und treten dann an ihren Platz zurück.

Daraufhin führt die Braut zweimal eine grosse Verbeugung aus. Unter einer grossen Verbeugung versteht man, wenn die Braut sich hinsetzt und nach vorne beugt, bis sie mit der Stirn den Boden berührt. Da dies in der Hochzeitsrobe nur schwer zu bewerkstelligen ist, helfen ihr dabei zwei Frauen. Im Gegensatz führt der Bräutigam eine grosse Verbeugung aus. 

An diesem Punkt brechen die Hochzeitsgäste meist in schallendes Gelächter aus, denn entweder klappt die Verbeugung der Braut nicht so recht und sie landet auf ihrem Allerwertesten oder aber der Bräutigam verliert seinen Hut. Die Stille ist durchbrochen und die Atmosphäre verändert sich. Doch all dies ist kein Grund zur Besorgnis und wird lediglich mit lustigen Worten quittiert. Im Gegenteil, das Gelächter soll den Brautleuten Glück bringen.

Nachdem die Verbeugungen mal mehr, mal weniger geglückt abgeschlossen sind, spricht der Zeremonienmeister einige Segensworte. Dann folgt der Toast, der letzte Teil der Zeremonie.

Der Zeremonienmeister weist die Braut und den Bräutigam an, sich gegenseitig ein alkoholisches Getränk aus einer aus zwei Teilen bestehenden Kürbisflasche anzubieten.

Der Alkohol bedeutet die Verbindung der Schicksale der zwei Menschen, und die Kürbisflasche symbolisiert die Harmonie, denn diese Flasche ist nur dann eine Einheit, wenn beide Teile einander ergänzen.
 
Für gewöhnlich wird an dem Alkohol lediglich genippt. Es kommt jedoch auch vor, dass die ganze Flasche in einem Zug geleert wird. Doch auch das wird lediglich mit Gelächter und ironischen Bemerkungen kommentiert.

Im Anschluss verbeugen sich Braut und Bräutigam tief vor den beiden Elternpaaren und den Gästen. Diese klatschen laut Beifall. Die Musik, gespielt von einem traditionellen koreanischen Ensemble, bestehend aus Taegum (lange Querflöte), Ajaeng (siebensaitige Zither) und Piri (Flöte), verleiht dem Ganzen eine festliche Stimmung. Die Gäste gratulieren dem Brautpaar, schiessen Fotos und feiern.

Traditionelle koreanische Instrumente
 

Die Taegum (grosse Querflöte) zählt zu den einheimischen Blasinstrumenten und ist eines von drei Bambusinstrumenten aus der Shilla-Zeit ( 57v. -935n. Chr.) Es gibt zwei verschiedene Arten der Taegum, die "Chong-ak Taegum" und die "Sanjo Taegum". Die "Chongak-Taegum" hat 13 Grifflöcher und wird für Kammermusik und zur Liedbegleitung verwendet. Die "Sanjo-Taegum" ist kleiner und kürzer und wird, wie der Name bereits sagt, für "Sanjo" (improvisierte Musik für ein Soloinstrument) und "Shinawi" (von einem Ensemble gespielte Volksmusik) wie auch als Begleitung von Volksliedern und -tänzen verwendet. Beide Flöten unterscheiden sich in der Tonhöhe um eine kleine Terz, wenn mit drei Löchern gespielt wird.

 

Ajaeng (siebensaitige Zither)

Die Ajaeng ist ebenfalls ein Saiteninstrument, das ursprünglich aus China kam und mit einem Bogen gespielt wird. Sie hat sieben Saiten, die auf einer hölzernen Unterlage ruhen, der Bogen besteht aus geschältem Forsythienholz. Mit diesem Bogen lassen sich geringfügig tiefere Töne als auf der Haegum erzeugen. Neuerdings wird der Bogen jedoch auch mit Rosshaar bespannt. Da der Abstand zwischen den einzelnen Saiten relativ gross ist, ist dieses Instrument für schnelle Musik nicht geeignet. Dennoch kommt die Ajaeng bei verschiedenen Musikarten wie beispielsweise "Chongak" (Hofmusik) zum Einsatz, da ihr Klang der Musik Ernsthaftigkeit und Würde verleiht. Es gibt auch eine neunsaitige Ajaeng, deren Tonumfang grösser ist; die achtsaitige Ajaeng wird hauptsächlich bei "Sanjo"-Musik oder "Shinawi" gespielt.

 
Piri (Bambusoboe)
Je nachdem, bei welcher Musik das Instrument zum Einsatz kommt, unterscheidet man vier verschiedene Arten von Piri, die in der Form variieren. Die Hyang-piri, die auch einfach Piri genannt wird, ist das repräsentative koreanische Holzblasinstrument, das während der Koguryo-Zeit von China aus nach Korea gelangte. Das Mundstück besteht aus einem doppeltem Rohrblatt, "So" , das auf dem sogenannten "Kwantae", dem Bambusrohr mit acht Grifflöchern, sitzt. Die Klangfarbe ist relativ breit, der Ton sehr laut, so dass die Piri gerne in grossen Orchestern und als Begleitinstrument in der Volksmusik eingesetzt wird.
 
Die Se-piri (dünne Oboe) ist etwas dünner als die Hyang-piri, wird aber auf die gleiche Weise gespielt. Sie dient als Begleitung für Vokalmusik wie auch für Musikstücke, in denen die Saiteninstrumente dominieren und die daher einen sanften Klang als Kontrast benötigen, beispielsweise das Yongsan-hoesang.

Die Tang-piri wird in Musikstücken, die durch den chinesischen Tang-Stil geprägt sind (Chongmyo-cheryak, Pohoja, Yomillak-yong usw.), gespielt. Die Klangfarbe dieses Instrumentes, das bereits seit der Goryeo-Dynastie existieren soll, ist wesentlich breiter als die der Hyang-piri. Ebenso wie diese hat auch die Tang-piri acht Grifflöcher, die jedoch anders angeordnet sind: Bei der Tang-piri sitzt das zweite Griffloch auf der Rückseite des Bambusrohres, bei der Hyang-piri ist es das erste.

Die Tae-piri (grosse Oboe) ist eine modifizierte Form der Piri, die insbesondere bei neuen Kompositionen eingesetzt wird. Sie ist dicker und länger als die herkömmliche Piri, daher kann man sie eine Oktave tiefer spielen.


 


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