Tokugawa Ieyasu (1543-1616), von der Geisel zum Shogun
Geboren in der Burg von Okazaki - der heutigen Aichi Präfektur - verbrachte Ieyasu den grössten Teil seiner Kindheit als Geisel. Mit ihm als Unterpfand sollte eine mit dem mächtigen Imagawa Clan geschlossene Allianz untermauert werden.

Obgleich die Jahre in der Obhut des Imagawa Clans im grossen und ganzen ein komfortables Leben mit einschloss, war die Zeit für Ieyasu sehr bitter, musste er doch miterleben wie sein Vater 1549 von einem engen Vasallen ermordet wurde, ohne dass er selbst in der Lage war etwas dagegen zu unternehmen.
 

Während seiner Zeit in Sumpu, dem Sitz des Imagawa Clans, wurde Ieyasu in den Kriegskünsten und dem Staatswesen unterrichtet. In diese Periode fällt auch seine erste Hochzeit und die Geburt seines ersten Sohnes.
 
1560 ermöglichte eine von Oda Nobunaga (1534-1582) gegen den Imagawa Clan geführte Schlacht, bei der das Oberhaupt des Clans getötet wurde, die Rückkehr Ieyasu's in seine Heimatprovinz. Innerhalb kurzer Zeit schloss er eine Allianz mit Nobunaga und verstand es, durch geschicktes Taktieren, den unfähigen Nachfolger in den Reihen der Imagawa hinzuhalten um seine Frau und seinen Sohn zu sich zu holen, die er jedoch im Jahre 1579 auf Anordnung Nobunaga's dem Tode übergeben sollte.
 
In den 1560'ern dehnte Ieyasu sein Hoheitsgebiet soweit als möglich Richtung Osten aus, was im Jahre 1570 eine Verlegung seines Hauptquartiers nach Hamamatsu mit sich brachte. Durch seine Allianz mit Oda Nobunaga in einer hervorragenden Position, gehörte er nun zu den wichtigen Daimyo Japans.



Die Schlacht von Sekigahara (1600)
  

Die Schlacht von Sekigahara zog den Schlussstrich unter einen Jahrzehnte andauernden Kampf um die Vorherrschaft in Japan, aus dem Tokugawa Ieyasu letztendlich als Sieger hervorging.
 
Wie kam es dazu?. Der 21. Oktober 1600, 8:00 Uhr morgens, markiert einen für Japan einschneidenden Abschnitt in der Geschichte, die mit der Zerstörung der Burg von Osaka im Jahre 1615 den endgültigen Untergang der Toyotomi besiegelten.

Ausgetragen wurde die Schlacht zwischen den Truppen von Tokugawa Ieyasu und den - unter der Führung von Ishida Mitsunari - für Toyotomi Hideyoshi's Sohn Hideyori kämpfenden Daimyo´s. 

Bei Sekigahara standen sich zwei gewaltige Armeen gegenüber, deren Grösse auch heute noch beeindruckt:

Unter dem Banner der Tokugawa scharte sich eine 75.000 Mann starke Truppe, Ishida Mitsunari und dessen Verbündete brachten es sogar auf 80.000 Mann in Waffen.

Die Verbände unter der Führung Ishida's wurden auch als "Armee des Westens" bezeichnet, da die verbündeten Familien - z.B. die Mori, die Ukita, die Shimazu, die Kobayakawa - aus dem westlichen Teil Japans stammten. Demgegenüber stand die "Armee des Ostens" unter dem Oberkommando Ieyasu's, dessen Verbündete - z.B. die Hosokawa, die Kuroda, die Kato - aus den östlichen Provinzen Japans kamen.
 

Zu Anfang konnte die West Armee einige Siege gegenüber der Ost Armee verzeichnen, so dass es zunächst nach einem Sieg der West Armee aussah. Aber Ieyasu war eine exzellenter Stratege. Einige wichtige daimyô in der West Armee waren von Ieyasu bestochen worden und bewegten sich nicht, als Mitsunari den Angriff anordnete. Ieyasu gewann die Schlacht. Mitsunari wurde gefangen und als Kriegsverbrecher hingerichtet.

 
Die Landkonfiszierungen nach der Schlacht von Sekigahara hatten die Tokugawa zur reichsten Familie unter den Daimyos gemacht. Sie besassen nun knapp ein Viertel der Landfläche Japans, entweder unmittelbar oder oder über eng vertraute Vasallen.
 
Alle daimyô mit Ausnahme von Hideyori und einiger seiner Anhänger gehorchten Ieyasu. Im Jahre 1603 wurde Tokugawa Ieyasu vom Kaiser zum Shogun (Militärregent) ernannt.
 


Tokugawa 
Familienwappen

Dieses Amt, das mit einer immensen Machtfülle verbunden war, sollten seine Nachfolger bis in das Jahr 1868 auch nicht mehr aus den Händen geben. Im Jahre 1590 hatte Ieyasu das Kanto-Gebiet von Toyotomi Hideyoshi als Lehen erhalten und Edo - das heutige Tokyo - zu seinem Verwaltungssitz gemacht, das sich nun, nach seiner Ernennung zum Shogun, als Sitz des Tokugawa Bakufu (Militärregierung) rasant entwickelte.

Die Schlacht um Schloss Ôsaka (1615-1616)

Das 1583 von Toyotomi Hideyoshi gebaute Schloss wurde auf dem Gelände des ehemaligen Honganji Tempels errichtet. Nachdem Ieyasu das Edo Shogunat gegründet hatte, war Toyotomi Hideyori, Sohn Hideyoshis im Ôsaka Schloss der einzige Gegner für Ieyasu.
 
Zunächst dachte er noch daran, Hideyori als kleinen daimyo weiterleben zu lassen. Aber Yodo, die Mutter Hideyoris, intrigierte, um die Macht ihres Sohnes zurück zu erlangen. Daher entschloss sich Ieyasu dazu, das Haus Toyotomi auszulöschen und attackierte Schloss Ôsaka 1615.
 

Es gab zwei Kämpfe um Schloss Ôsaka. Der Winter Kampf 1615, und der Sommer Kampf im Jahr 1616. Ieyasu dominierte den Winter Kampf die ganze Zeit und drang sogar in den inneren der zwei Ringe des Schlosses ein. Dies machte das Schloss wehrlos. Im nächsten Jahr, im Sommerkampf, überrannte Ieyasu's Armee das Schloss und Hideyori begann Selbstmord. Das Haus Toyotomi war damit ausgelöscht. 
 
Nach der Zerstörung des Schlosses durch Tokugawa Ieyasu wurde das Schloss unter Tokugawa Hidetada von 1620 bis 1629 wiedererrichtet. 26 Jahre später fiel der Hauptturm einem Blitzschlag zum Opfer, der ihn vollständig einäscherte. Das Gebäude wurde erst 1931 wieder aufgebaut, und dient seit 1947 als Museum. Seit der 1997 abgeschlossenen Generalrenovierung erstrahlt es wieder in altem Glanz als Wahrzeichen der Stadt Osaka.
 
Der Toshogu Schrein in Nikko ist nicht nur als Grabmal von Ieyasu Tokugawa, sondern auch für das Bilder der 'drei Affen'  bekannt.

 
Der Toshogu-Schrein wurde 1634-1636 erbaut. Er bildet ein gutes Beispiel für die Mischung von buddhistischer und shintoistischer Architektur und ist beeinflusst vom Kunstverständnis der Momoyama-Epoche (1573-1603).

Kawase Hasui Tosho Shrine Shin hanga

Der Ukiyo-E Künstler Kawase Hasui zeigt den Toshogu Schrein. Dieser Holzschnittdruck entstand ca. 1930 und gehört somit zu der Kunstrichtung Shin Hanga.


Toshogu Schrein in Nikko mit Steinlaternen


Tokugawa-Schogunat und Edo-Zeit (1603-1868)  
 

Die Macht des Schoguns wurde weiter ausgedehnt; er konnte nun den nachfolgenden Daimyo auf seinem Lehen selbst bestimmen oder diesen nach Wunsch entlassen.

Die Gesellschaft unterteilte sich damals streng in vier soziale Klassen: 

  • die Krieger (Samurai), 

  • die Bauern, 

  • die Handwerker und 

  • die Kaufleute. 


 
Die Samurai wurden aus dem Land abgezogen und in befestigten Burgstädten untergebracht, während die Bauern in Gruppen mit wechselnder Verantwortung organisiert waren und bestimmte Reismengen als eine Art Steuer an ihre Herren abliefern mussten. Diese von Ieyasu und seinen Nachfolgern eingerichtete Form des Feudalismus galt bis zum Ende der Feudalzeit in der Mitte des 19. Jahrhunderts.

Die wohl wichtigste Regelung Ieyasus war das so genannte bakuhan-System, durch das die Lehen der Daimyos (han) und die Daimyos selbst sowie der Kaiser und sein Hofstaat einer strengen Kontrolle durch den Schogun unterstellt wurden. Die Daimyos blieben zwar oberste Herrscher über ihre Lehen, mussten dem Tokugawa aber die Treue schwören. Darüber hinaus waren sie verpflichtet, sich jedes zweite Jahr am Regierungssitz des Schogun – also in Edo – persönlich aufzuhalten, sowie im jeweils anderen Jahr an ihren Lehnssitz zu ziehen, ihre Familien jedoch als eine Art „Geiseln" in Edo zu lassen. Dies band die Daimyos sehr eng an den Schogun und erstickte jeden aufkommenden Aufruhr im Keim.


Abschottung und japanischer Feudalismus  

Ein weiteres Merkmal der Tokugawa-Herrschaft war die absolute Abschottung Japans von der westlichen Welt, die durch bestimmte Gesetze systematisch betrieben wurde um ausländischen Einfluss zu minimieren. Portugiesische, spanische und niederländische Händler hatten Japan zwar im 16. Jahrhundert relativ häufig besucht, doch blieb ihr Einfluss lange Zeit gering. Die Tokugawa-Schogune hielten das Christentum für eine subversive Kraft. 1614 hatte Ieyasu die Konversion von Adeligen zum Christentum verboten und die Missionare des Landes verwiesen. Schon ab 1612 wurden die Christen offiziell verfolgt, und nach dem Christenaufstand von 1637 fand die Verfolgung ihren Höhepunkt. Die Spanier durften nach 1624 nicht mehr in Japan landen und eine Reihe von Edikten erging in den folgenden Jahrzehnten, die auch das Reisen von Japanern ins Ausland untersagte und selbst den Bau grösserer Schiffe verbot.


Dejima, Halbinsel vor Nagasaki
 

Lediglich einer kleinen Gruppe holländischer Kaufleute war es als einzigen Europäern erlaubt, nach wie vor im Land zu bleiben.

Sie waren jedoch auf die künstliche Insel Dejima im Hafen von Nagasaki unter strengen Beschränkungen verbannt. Auch der Handel mit China dauerte weiter an, war aber ebenfalls genau reglementiert.

Trotz der Abschirmung von aussen war die Edo-Zeit eine Periode der Blütezeit von Kunst, Literatur und Wissenschaft. Die Wirtschaft florierte vor allem in den Städten und brachte der Bevölkerung Reichtum und Wohlstand. 
 
Kulturelle Aktivitäten waren hoch angesehen, Kunst, Musik und Theater gehörten zum Alltag.

Das Kabuki-Theater erlebte seine Hochphase, die Malerei war massgeblich von der durch Honami Koetsu begründeten Schule und dem Ukiyo-e-Stil geprägt.

Später folgten die berühmten Bilder von Hokusai und Hiroshige.


Hiroshige, 69 Stations of the Kisokaido
Nr. 59 Sekigahara



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