Die traditionelle Malerei in Korea
  
Die traditionelle koreanische Malerei kann grob in zwei Kategorien einteilen werden: die religiös motivierte und die weltliche Kunst. Die traditionelle Malerei in Korea unterscheidet sich grundlegend von der westlichen in Konturen, Farben und Motiven. Viele Bilder haben einen eher "funktionalen" Charakter. Sie wurden zur Dekoration des Hauses und alltäglicher Gegenstände, wie zum Beispiel auf Beistellmöbel oder Truhen, gemalt. Sie drücken den Wunsch nach einem langen Leben, nach Wohlbefinden und nach Glück aus.
 
Die meisten traditionellen Kunstwerke sind nicht signiert, so dass man keinen Rückschluss auf den Künstler und sein Umfeld ziehen kann. Viele traditionelle Bilder sind Darstellungen von Landschaften, Tieren und Blumen. Alte traditionelle Bilder zeigen oft Szenen, die Aufschluss über das Leben der damaligen Zeit erlauben. Die Qualität der Bilder variiert sehr stark. Es gibt Malereien von Künstlern, die am königlichen Hof professionell tätig waren, und andere Kunstwerke, die zum Beispiel von Wandermönchen angefertigt wurden.
 
 

Die ältesten traditionellen Kunstwerke in Korea sind Felsenmalereien, wie etwa die in Pan´gudae / Ulsan. Ihr häufigstes Motiv ist die Darstellung von Tieren. Spuren früher Malerei finden sich in den Königs- gräbern der Epoche der Drei Königreiche. Diese Malereien vermitteln einen Eindruck über die Vorstellungswelten und das Leben der damaligen Zeit.
 


Aus der Goryeo-Periode (918-1392), der Blütezeit des Buddhismus in Korea, stammen viele buddhistische Gemälde. Sie kann man zum Teil heute noch in den verschiedenen Tempeln des Landes bewundern.

Die Joseon-Periode (1392-1910) war durch die Lehren des Konfuzianismus geprägt. Die Dominanz chinesischer Ideen von Kunst und Schönheit spiegelt sich in den Kunstwerken dieser Zeit wieder. Die Volksmalerei war frei von religiösen und ideologischen Gedanken. Diese Malereien zeichnen sich oft durch stilisierte Motive, schlichte Komposition und Verwendung von Primärfarben aus.
 
Die traditionelle Malerei kann man aus diesem Grund grob in zwei Kategorien einteilen: die religiös motivierte und die weltliche Kunst. Zu den religiösen Kunstwerken zählen alle Darstellungen, die im Zusammenhang mit dem Buddhismus, Taoismus, Schamanismus und - insofern man den Konfuzianismus als Religion akzeptiert - mit dem Konfuzianismus stehen.
Konfuzianische Bilder beschäftigen sich weniger mit spirituellen Werten oder Wesen, sondern mit der Darstellung der Ahnen, gebunden an die Ahnenverehrung, und der Darstellung von moralischer Disziplin. Die weltlichen Kunstwerke sind Darstellungen aller anderen Bereiche des Lebens in Korea. Meist handelt es sich um Portraits, Landschaften, geschichtliche Darstellungen, astrologische Karten und Alltagsszenen.
 
Symbole und Merkmale der traditionellen Bilder

Taoistische und schamanistische Malereien sind Kunstwerke, die viel mit Symbolen arbeiten. Die zehn Symbole für ein langes Leben sind Sonne, Wolken, Wasser, Felsen, Bambus, Pinie, Kranich, Hirsch, Schildkröte und der Pilz pullo-ch´o. Oft sind mehrere dieser Symbole in ein Bild verwoben. Diese Symbole wurden nicht nur in Gemälden verwendet sondern in jedem verzierbaren Gegenstand.

Die Hüter und Beschützer der vier Himmelsrichtungen sind der blaue Drachen für den Westen, der weisse Tiger für den Osten, der rote Pfau oder Phönix für den Süden und die Schildkröte für den Norden. Diese Symbole sollten vor schlechten Einflüssen und Bedrohungen beschützen.
 
Andere Symbole sind die zwölf Tierkreiszeichen Ratte, Büffel, Tiger, Hase, Drache, Schlange, Pferd, Schaf (Ziege), Affe, Hahn, Hund und Schwein. Der Tiger gehört sicherlich zu den populärsten Motiven in Korea. Meistens wurde ein weisser Tiger gemalt. Erstaunlicherweise sind die Darstellungen des Tigers oft etwas "teddybärmässig" geraten und erinnern nicht an unsere Vorstellung von einer gefährlichen Bestie. In buddhistischen Klöstern ist der Tiger oft im Schrein für den Berggeist zu finden.

Ein Symbol der Unsterblichkeit, einem im Taoismus besonders hervorgehobenen Ideal, ist die Darstellung des Einsiedlers in den Bergen. 
 
Der Berggeist (Sanshin) und der Drachenkönig sind zwei weitere typische Motive des Taoismus und des Schamanismus. Der Berggeist wird meistens als alter Mann mit einem weissen Bart dargestellt, an dessen Seite der Tiger zu finden ist. Der Drachenkönig wird als Drache, meistens zusammen mit Wasser oder Wolken, dargestellt.
 
Buddhistische Darstellungen

Buddhistische Bilder sind in Tempeln und Schreinen zu finden und lassen sich leicht an ihren Motiven erkennen. Es handelt sich meistens um Buddhafiguren der verschiedensten Grössen, um Portraits von Buddha oder berühmten Mönchen und um die Darstellung von Sutras. Auffällig sind die intensiven Farben.

Konfuzianistische Darstellungen

Konfuzianische Bilder sind eher thematische Bilder, die Werte vermitteln sollen, die in der konfuzianischen Lehre gepriesen werden. Dazu gehören die Darstellungen von berühmten Lehrern, geschichtliche Bilder und dann stark an chinesischem Stil orientierte, formal sehr strenge Werke.

 
Tempeldekorationen Tanch’õng
 
Tanch'õng ist eine hochentwickelte Kunstform in Korea, die sich im Laufe der letzten Jahrhunderte entwickelt hat. Tanch'õng bezeichnet im wesentlichen die Dekorationen an Tempeln, Gebäuden oder anderen Gegenständen, die überall in Korea bewundert werden können.
  
In den verschiedenen Provinzen variieren die Motive und Muster, die zu dekorativen Zwecken verwendet werden. Obwohl es verschiedenste Varianten in Korea gibt, verbinden diese Arbeiten doch traditionelle Vorstellungen und ein einheitlicher Stil. Eine wesentliche Gemeinsamkeit der verschiedenen kunstvollen Arbeiten ist die Verwendung der Farben grün, rot, blau, gelb, schwarz und weiss.

Die Muster des Tanch'õng werden in vier verschiedene Typen eingeteilt. Diese Einteilung orientiert sich an den Motiven und an der Plazierung der Muster.

 
Moruch´o

Diese Muster, die je nach Region und Gebäude etwas variieren, wurden auf die tragenden Stützbalken des Gebäudes aufgetragen. Meistens bestehen die Muster aus grünen Blumen, Wasserlilien, Federn oder Granatäpfeln. Ein solches Muster wurde in allen wesentlichen Teilen des Gebäudes wiederholt und sticht dem Betrachter deshalb am ehesten ins Auge.
 


Pyõlchihwa

Mit dieser Technik wurden kleine Geschichten in die Muster eingewoben. Die Art der Geschichte bezog sich natürlich auf die Art des Gebäudes. Es gibt diese Technik allerdings nicht in Palästen. Meistens kann man sie in Tempeln sehen, wo kleine Sutras erzählt werden.
Ein weiteres Kennzeichen von Pyõlchihwa sind Tierdarstellungen von symbolischem Gehalt, die in das Muster verwoben wurden. Typische Tiere waren Drachen, Pferde, Löwen und Kraniche. Andere häufig verwendete Muster sind die Orchidee und der Bambus.

 
Tandonmuni

Diese Technik beschränkt sich auf die Darstellung eines Musters oder einer Form in einem Bereich des Gebäudes.

Tanch'õng ist nicht nur Schmuck, sondern verbindet künstlerische Aspekte mit praktischen Erwägungen. Die aufgetragenen Farben schützen und erhalten das Ursprungsmaterial.
 
Pidanmuri
 
Pidanmuri sind seltene, sehr elegante Zeichnungen oder geometrisch angelegte Muster, die in verschiedenen Teilen des Gebäudes aufgetragen wurden.

 
Bilder und Texte mit freundlicher Genehmigung von Herrn Dirk Schlottmann, vom umfassensten virtuelle Reiseführer in deutscher Sprache zu Südkorea www.explorekorea.de
 

Auf den Märkten findet man heute oft sehr schöne Zeichnungen, die mit Dusche oder in Oel erstellt werden. Oft werden traditionelle Themen gewählt. Beliebt sind Motive von alten Menschen, die im Hanbok oder im Honbok dargestellt werden.
 

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